Beschichtete Pfannen im Test Rund sind alle, gut nur vier

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Beschichtete Pfannen im Test - Rund sind alle, gut nur vier
Vorsichtig. Besteck aus Kunststoff oder Holz schont die Beschichtung. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser, Adobe Stock / Dusan Kostic (M)

In beschichteten Pfannen brennt so leicht nichts an. Aber: Sie sind empfindlich. Das zeigt der Pfannen-Test der Stiftung Warentest. Nur 4 von 14 Pfannen sind gut.

Beschichtete Pfannen im Test Testergebnisse für 14 Beschichtete Pfannen 01/2021

Inhalt
Liste der 14 getesteten Produkte
Beschichtete Pfannen 01/2021
  • Ballarini Alba Hauptbild
    Ballarini Alba
  • Berndes Balance Induction Enduro Hauptbild
    Berndes Balance Induction Enduro
  • Elo Granit Solution Hauptbild
    Elo Granit Solution
  • Fissler Adamant Comfort Hauptbild
    Fissler Adamant Comfort
  • Gastro Sus Diamas Pro Industar Hauptbild
    Gastro Sus Diamas Pro Industar
  • Ikea 365+ Hauptbild
    Ikea 365+
  • Le Creuset Aluminum-Antihaft flach Hauptbild
    Le Creuset Aluminum-Antihaft flach
  • Lidl Ernesto Titanplasma Hauptbild
    Lidl Ernesto Titanplasma
  • Real Steinbach Altadena Hauptbild
    Real Steinbach Altadena
  • Rösle Cadini Hauptbild
    Rösle Cadini
  • Tefal Titanium Fusion Hauptbild
    Tefal Titanium Fusion
  • WMF Permadur Excellent Hauptbild
    WMF Permadur Excellent
  • Woll Concept Hauptbild
    Woll Concept
  • Zwilling Madura Plus Hauptbild
    Zwilling Madura Plus

Erstaunlich: Manch teure Markenpfanne ist insgesamt schlechter als güns­tige Modelle. Alle Bratpfannen im Test eignen sich für Induktions­herde. Gute beschichtete Pfannen gibt es ab etwa 50 Euro. Die besten Pfannen im Test braten gut und bieten eine widerstands­fähige Antihaft­schicht. Zwei Pfannen bergen Sicher­heits­risiken und sind mangelhaft.

Pfannen-Test simuliert drei Jahre Nutzung

Empfindliche Pfannen. Beschichtete Pfannen eignen sich für alles, was nicht anpappen soll. Eierspeisen, Gemüse, Fisch lassen sich sanft darin garen. Die Antihaft­schicht ist allerdings empfindlich – scharfe Messer, saure Lebens­mittel, kratzende Reinigungs­schwämme können sie zerstören.

Strenge Prüfer. Im Labor malträtierten die Prüfer die Pfannen ordentlich, um eine Nutzung über rund drei Jahre zu simulieren. Befüllt mit Metall­kugeln und grobem Schleif­mittel rüttelten sie jeden Prüf­ling 45 Minuten auf einer vibrierenden Platte durch. Einige Pfannen sahen danach mitgenommen aus. Ihre Antihaft­schicht aus Poly­tetrafluore­thylen (PTFE), auch bekannt unter dem Marken­namen Teflon, war stark angegriffen. Der anschließend darin geba­ckene Pfann­kuchen löste sich nur mit Mühe. Auch alle übrigen Teflonpfannen büßten an Antihaft­wirkung ein. Aus keiner rutschte der Pfann­kuchen von selbst. Für andere Speisen sind sie aber oft noch zu gebrauchen.

Warum sich der Pfannen-Test für Sie lohnt

Test­ergeb­nisse und Kauf­beratung.
Unsere Tabelle zeigt Bewertungen für 14 Pfannen mit Antihaft­beschichtung und 28 Zenti­meter Durch­messer von Marken wie Le Creuset, Lidl, WMF. Sie kosten zwischen 17 und 129 Euro.
Tipps und Hintergrund.
Wir sagen, wie sich beschichtete Pfannen von Guss­eisenpfannen und Edelstahl­pfannen unterscheiden – und wie Sie dafür sorgen können, dass sie länger halten.
Heft­artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 1/2021 sowie zu den Pfannen-Tests aus test 3/2015 und 1/2011.

Beschichtete Pfannen reagieren empfindlich

Der größte Feind beschichteter Pfannen ist Metall­besteck. Naschen mit der Gabel kann reichen, um feine Kratzer in der Kunst­stoff­schicht zu hinterlassen. Im Labor ritzten die Prüfer Gitter­muster in die Beschichtung und prüften, ob sie um die Schnitte abplatzt. Anschließend mussten alle Pfannen tage­lang mit säurehaltiger Tomatensoße im Wärmeschrank ausharren, um ihre Korrosions­beständig­keit zu beweisen. In einer Pfanne korrodierte die Versiegelung und warf Blasen. In einem anderen Modell bröckelten nach Gitter­schnitt und Korrosions­test ganze Teile der Beschichtung ab. Für die Gesundheit ist das ungefähr­lich. Der Körper scheidet verschluckte PTFE-Partikel unver­daut aus. Die Antihaft­wirkung ist jedoch zerstört.

Der Pfannen-Test im Video

Schmelzender Puder­zucker, Wärmebild­kameras und 400 Grad heiße Pfannen. Das Video zum Test.

Für Pfannen ist Induktion eine Heraus­forderung

Die ther­mischen Eigenschaften der Pfanne sind wichtig, damit Speisen eben­mäßig gebräunt werden. Der Boden soll die Hitze vom Herd schnell aufnehmen und gleich­mäßig verteilen. Im Labor waren die Unterschiede groß, vor allem auf Induktions­feldern. Deren Spulen erzeugen in kurzer Zeit viel Hitze direkt über ihnen. Die Pfannen müssen die Wärme gleich­mäßig am Boden verteilen. Manchen Modellen gelingt das schlecht. Die Prüfer der Stiftung Warentest ermittelten Temperatur­unterschiede von bis zu 220 Grad am Boden einer Pfanne. So ist das Steak teils „well done“, teils blutig.

Griff der Real-Pfanne brach ab

Gar nicht „well done“ ist der Kunst­stoff­griff der Real-Pfanne. Er brach im Labor ab. Die Tester belasteten ihn mit einer Kraft von 100 Newton, also so viel wie nötig ist, um zehn Kilogramm anzu­heben. Das sieht die Prüfnorm vor. Wird eine volle Pfanne mit Schwung ange­hoben, können durch­aus solche Kräfte auf den Griff wirken. Mit heißen Speisen darin besteht Verbrennungs­gefahr, wenn er bricht.

Beschichtete Pfannen im Test Testergebnisse für 14 Beschichtete Pfannen 01/2021

Zu heißer Boden und Griff von Ikea

Beschichtete Pfannen im Test - Rund sind alle, gut nur vier
Puder­zucker schmelzen. Ikeas Pfanne erhitzte sich inner­halb von zwei Minuten so stark, dass die Antihaft­schicht giftige Dämpfe freisetzen kann. © Stiftung Warentest

Gefähr­lich werden kann auch die getestete Bratpfanne von Ikea: Inner­halb von rund zwei Minuten heizte sie sich im Test auf bis zu 400 Grad Celsius auf. Das Bundes­institut für Risiko­bewertung warnt: Ab 360 Grad Celsius setzt PTFE giftige Dämpfe frei, unter anderem Fluor­verbindungen. Nicht nur am Boden wurde die Ikea-Pfanne zu heiß, sondern auch am Griff. Im Test heizte er sich auf 67 Grad Celsius auf – ohne Hand­schuhe sind hier Verbrennungen möglich.

Zu jedem Gericht die passende Pfanne

Beschichtete Pfannen sind leicht und eignen sich für die fett­arme Küche, weil Speisen auch mit wenig Öl kaum ankleben. Allerdings zerkratzt die Beschichtung leicht und verträgt keine hohen Temperaturen – nichts für Steak­fans.

Guss­eisenpfannen vertragen extrem hohe Hitze. Fleisch erhält darin eine schöne Kruste. Steaks kommen erst in die Pfanne, wenn sie sehr heiß ist. Nachteil: Guss­eisen ist schwer und kann rosten. Eisenpfannen sollten einge­brannt werden: Mit Öl oder Salz wird ein Schutz­film auf die Oberfläche gebracht, der eine Antihaft­wirkung erzeugt.

Edelstahl­pfannen eignen sich ebenfalls fürs scharfe Anbraten von Fleisch. Für fett­arme Speisen muss allerdings Öl in die Pfanne, sonst backen sie an.

Nutzer­kommentare, die vor dem 16. Dezember 2020 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung.

Beschichtete Pfannen im Test Testergebnisse für 14 Beschichtete Pfannen 01/2021

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.07.2022 um 10:08 Uhr
Reinigung der Pfannen

@Paul-PeterZuhetski: Eine beschichtete Pfanne lässt sich am besten nach Abkühlung mit warmem Wasser und etwas Spül­mittel und einem weichen Schwamm reinigen. Nicht kratzen. Angebrannte Essens­reste in nicht beschichteten Pfannen weichen vor dem Spülen am besten etwas ein.
Weitere Informationen zur Pflege der Pfannen finden Sie hier auf der Seite unter dem Punkt: Eine kleine Pfannenkunde.

Paul-PeterZuhetski am 17.07.2022 um 22:22 Uhr
[Frage an test] Wasser in Pfanne nach Gebrauch

Guten Tag,
eine Frage an das Stiftung Warentest-Team:
Ist es in Ordnung die noch heiße Pfanne unmittelbar nach Gebrauch unter fließendes Wasser (mit zugesetzten Spülmittel) zu stellen oder empfehlen Sie, abzuwarten, bis sich die Pfanne abgekühlt hat - insb. in Bezug auf die Beschichtung und Materialstabilität wegen Temperaturdifferenzen?
Vielen Dank.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.01.2022 um 09:07 Uhr
Schadstoffemissionen & Untersuchungen des TÜV

@Green_NRG: Vielen Dank für die Informationen zu Schadstoffbelastung aus PTFE-Bratpfannen und Ihre Anregung bezüglich einer Untersuchung dieser Emissionen. Wir haben Ihren Testwunsch an das zuständige Untersuchungsteam weitergeleitet.

Green_NRG am 16.01.2022 um 19:27 Uhr
Schadstoffe, Teil 2

Nachtrag:
@Stiftung_Warentest
Die unten genannte Untersuchung ist schon 6-7 Jahre alt. Es wäre daher nicht pedantisch sondern naheliegend die aktuellen PTFE-Bratpfannen auf die gleichen Schadstoffe zu prüfen und zu sehen, ob die Hersteller nachgebessert haben oder es weiterhin eine Schadstoffbelastung für die Bevölkerung gibt. Eine Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland würde sich in dem Fall anbieten.
Gruß
Green_NRG

Green_NRG am 16.01.2022 um 19:16 Uhr
Schadstoffe

@Eintracht1899, @Stiftung_Warentest
PTFE zersetzt sich erst ab ca. 360°C durch Depolymerisation in giftige Bestandteile.
Pfannen mit PTFE-Beschichtung können aber auch schon bei Temperaturen unterhalb von 360°C gesundheitsschädliche Stoffe abgeben. Der TÜV Rheinland hat in diesem Thema vor ein paar Jahren Qualitätsarbeit geleistet und PTFE-Pfannen auf Schadstoffe getestet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden u.a. in der Fachzeitschrift "Deutsche Lebensmittel-Rundschau" in der der Ausgabe vom Mai 2015 veröffentlich (Ab Seite 229).
Der Artikel ist auch online Verfügbar [ siehe Link, ab S. 39].
In der Tabelle 3 auf S. 44 sieht man die temperaturabhängigen Emissionsraten ab 110°C.
Bei 110°C wurden "flüchtige Siloxanverbindungen" und Formaldehyd emittiert. Ab 150°C wurde n-Butanol (!) emittiert.
Link:
http://docplayer.org/79600557-Metabolomic-profiling-lc-ms-ms-multimethode-zur-quantifizierung-von-hydroxysterolen-und-gallensaeuren-aus-biologischen-matrizes-werner-et-al.html