Pfannen Test

Allrounder. Eine Antihaft­Schicht meistert fast jedes Brat­gut.

Kunst­stoff­beschichtungen verhindern Anba­cken und halten einiges aus. Mehr als die Hälfte der Pfannen über­stehen die Härtetests fast unbe­schadet.

Wer mal Eier in einer blanken Pfanne aus Eisen oder Edelstahl zubereitet hat, kennt das Problem: Inner­halb kürzester Zeit klebt die Masse fest und die Reinigung wird zur Tortur. Besonders für Eierspeisen sind antihaft­beschichtete Pfannen daher perfekt. Auch Gemüse und Fisch lassen sich mit ihnen sanft garen.

Versiege­lungen aus Kunststoff bestehen meist aus Poly­tetrafluore­thylen (PTFE), besser bekannt unter der einge­tragenen Marke Teflon der Firma Dupont. Die Beschichtung hat einen Nachteil: PTFE ist hitze­anfäl­lig und verträgt nur um die 230 Grad. Viele Köche greifen deshalb zu unbe­schichteten Pfannen, um Fleisch oder Bratkar­toffeln scharf anzu­braten. Das ist aber nicht unbe­dingt erforderlich. Den Testköchen gelingen mit dem versiegelten Brat­geschirr vorzüglich gebräunte Steaks.

Die Teuerste ist abge­schlagen

Dank ihrer Beschichtung brauchen die Pfannen zum Braten wenig bis gar kein Fett. Auch einge­brannte Reste gehören der Vergangenheit an – solange die Versiegelung die tägliche Küchen­arbeit über­steht. Das gelingt in den Härtetests nicht jedem Modell. Eine nutzt stark ab, und das Essen bleibt teil­weise kleben.

Vier der zehn Pfannen im Test schneiden gut ab. Bis auf ein Modell sind alle auch für Induktions­herde geeignet. Vor allem die widerstands­fähige Gastrolux, die güns­tige Tefal sowie das Modell von Fissler über­zeugen. Schluss­licht ist die teuerste: Der Griff der WMF wird heiß, sie kippelt und verteilt die Wärme ungleich­mäßig.

Abge­rieben und angepappt

Die ideale Beschichtung ist robust und verhindert noch nach Jahren, dass Brat­gut fest­klebt. Beim Abriebtest simulieren die Prüfer eine intensive Nutzung. Sie befüllen die Pfanne mit Metall­kugeln sowie grobem Schleif­mittel und spannen sie auf eine vibrierende Platte. Die rüttelt jeden Prüf­ling kräftig durch. Nach 45 Minuten sieht besonders die Gastrosus stark mitgenommen aus. Sie ist teil­weise blankgerieben und hat ihr Antihaft­vermögen deutlich einge­büßt. Nur mit Mühe löst sich der nach der Prozedur geba­ckene Pfann­kuchen vom Boden.

Anderen machen die Strapazen erstaunlich wenig aus. Die Modelle von Gastrolux, BSF und Le Creuset erweisen sich im Abriebtest als widerstands­fähig. Bei ihnen rutscht der Prüf­pfann­kuchen auch danach fast von selbst aus der Pfanne.

Der größte Feind von beschichtetem Brat­geschirr ist sicherlich Metall­besteck. Kurz mit der Gabel aus der Pfanne genascht, schon durch­ziehen feine Kratzer die relativ weiche Kunst­stoff­schicht. Für die Gesundheit ist das ungefähr­lich. Werden Partikel verschluckt, scheidet der Körper sie unver­daut aus.

Risse in der Beschichtung sind im Test kein Problem. Die Versiegelung haftet bei allen Modellen gut oder sehr gut am Pfannenboden. Nach dem Korrosions­test, bei dem die Prüf­linge mit einer Klinge geritzt werden und dann tage­lang in säurehaltiger Tomatensoße ausharren müssen, blättert um die zugefügten Schnitte herum nicht mehr von der Beschichtung ab.

155 Grad Unterschied in einer Pfanne

Für eben­mäßig gebräuntes Brat­gut spielen vor allem die ther­mischen Eigenschaften der Pfanne eine Rolle. Der Boden soll die Hitze vom Herd schnell aufnehmen und gleich­mäßig verteilen. Im Labor sind die Unterschiede auf dem Wärmeblock zwischen den Modellen groß.

Das schwere Modell von BSF braucht leer acht Minuten, um 200 Grad zu erreichen. Die Pfanne von Real ist besonders fix und kommt in einer Minute auf diese Temperatur. Dementsprechend nied­rig ist ihr Energiebedarf. WMFs Profi Resist erwärmt sich noch schneller. Die 119 Euro teure Pfanne verteilt die Hitze jedoch ungleich­mäßig. Ganze 155 Grad liegen nach dem Aufheizen zwischen der heißesten und der kältesten Stelle. Für einen Pfann­kuchen etwa heißt das: Er bräunt nicht einheitlich. Das liegt daran, dass ihr Boden nicht ganz flach aufliegt, sie kippelt. Fast genauso schlecht verteilt das Modell von Real die Wärme.

Heiße Griffe und kleine Kleckereien

Das Brat­geschirr muss nicht nur das tägliche Chaos in der Küche über­stehen, mit ihm soll das Brutzeln auch Spaß machen. Etliche Pfannen liegen gut in der Hand, die meisten lassen sich leicht reinigen und besitzen stabile Griffe. Ein Metall­griff hat den Vorteil, dass die Pfanne zum Über­backen in den Ofen kann. Allerdings sollte der Stiel auf dem Herd nicht so heiß werden, dass man sich die Finger verbrennt.

Bei vier Modellen braucht der Koch laut Anbieter Topflappen. Die Metall­griffe von BSF, Ikea, Le Creuset und WMF werden auf dem Gasherd heißer als tolerier­bare 55 Grad.

Auch kleckernde Pfannen mindern das Brat­vergnügen. Aus etlichen lassen sich Soßen nicht ohne Malheur ausgießen. Vor allem beim Karstadt-Modell fließt Flüssiges reichlich außen am Rand herunter.

Tipp: Wenn Sie oft Soßen zubereiten, achten Sie beim Kauf auf einen Schüttrand.

Dieser Artikel ist hilfreich. 128 Nutzer finden das hilfreich.