Pfandbriefe Meldung

Der Sicherheitslack deutscher Pfandbriefe hat Kratzer abbekommen. Der Grund ist die gesunkene Kreditwürdigkeit einiger Hypothekenbanken, der wichtigsten Emittenten von Pfandbriefen. Die Folge ist ein auseinander driftender Markt: Die Renditen von erst- und zweitklassigen Pfandbriefen unterscheiden sich teilweise um mehr als 0,1 Prozentpunkte, je nach der Bonität des Emittenten. Anleger fragen sich, ob sie noch Pfandbriefe kaufen sollen.

Ratingagenturen bewerten Hypothekenbanken inzwischen schlechter als in der Vergangenheit. Beispielsweise wurde die Nummer zwei der Pfandbriefhäuser, die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR), kürzlich für ihre langfristigen Verbindlichkeiten auf mäßige „BBB“ beziehungsweise „Baa1“ abgestuft. So niedrige Noten gab es in der Branche noch nie. Einige Hypothekenbanken sollen den Immobilienmarkt und Zinsänderungsrisiken falsch eingeschätzt haben und erhalten dafür jetzt die Quittung von den Ratingagenturen. Zwar rechnet bislang wohl kaum ein Experte ernsthaft mit der Zahlungsunfähigkeit eines privaten Pfandbriefhauses, aber in jedem Fall kostet ein schwächeres Rating Geld, weil die Refinanzierungskosten steigen.

Anleger sollten beachten, dass die Ratings der Hypothekenbanken und die Ratings der Pfandbriefe nicht identisch sein müssen. Für Pfandbriefe gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Sie müssen entweder durch Forderungen an die öffentliche Hand oder durch Hypothekenkredite gedeckt sein. Für den Fall, dass der Emittent zahlungsunfähig wird, können sich die Anleger an den Sicherheiten schadlos halten. Völlig losgelöst von der Kreditwürdigkeit der Bank ist die Qualität des Papiers allerdings nicht.

Tipp: Derzeit sind die Risikoaufschläge für Pfandbriefe gegenüber Bundesanleihen im historischen Vergleich niedrig. Der Markt schätzt die Masse der Pfandbriefe demnach nicht als gefährlich ein. Anleger sollten allerdings genau hinschauen: Einige Papiere haben vergleichsweise hohe Risikoaufschläge, die etwa einen halben Prozentpunkt ausmachen. Diese Pfandbriefe sollten sie nicht unbedingt kaufen.

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