Im Streit um die Einführung eines Zwangspfands auf Getränkeverpackungen schlagen die Emotionen hoch. Der Handel beklagt vor allem die Investitionen für neue Rücknahmesysteme. Doch auch bei Umweltexperten will nicht richtig Freude aufkommen. Ob das Zwangspfand für Einweg letztlich das Mehrwegsystem unterstützt, gilt als fraglich. Künftig entfiele damit zwar der "Bequemlichkeitsvorteil" der Dose, aber gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass Handelsketten Mehrwegartikel aus dem Sortiment "auslisten". Die Verbraucherverbände haben deshalb ihren Vorschlag wiederholt, stattdessen eine Abgabe nur auf Dosen und Einwegflaschen zu erheben, "die diese umweltbelastenden Verpackungen merklich verteuert".

Die Bundesregierung will eine Pfandpflicht für Getränkedosen und Einweg-Flaschen ab 1. Januar 2002 einführen. Vorgesehen sind je nach Größe 0,25 bis 0,5 Euro. Gegen die Flut von Einwegmüll wurden Maßnahmen erforderlich, weil der Mehrweganteil die gesetzlich festgelegte Mindestquote unterschritten hat. Ein Pfand könnte zumindest die Vermüllung von Parks und Straßen stoppen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 127 Nutzer finden das hilfreich.