Pfändungs­schutz­konto Existenz­minimum sichern

Pfändungs­schutz­konto - Existenz­minimum sichern
Geschützt. Konto­guthaben sind auf einem P-Konto vor Gläubigern sicher. © Getty Images

Wer finanzielle Schwierig­keiten hat, sollte sich ein Pfändungs­schutz­konto – kurz P-Konto – einrichten, nur so schützen Schuldner ihr Existenz­minimum vor Gläubigern.

Schutz­betrag erweitern

Veranlasst ein Gericht oder eine Behörde eine Pfändung, ist mit dem P-Konto jeden Monat auto­matisch ein Basisbetrag von 1 259,99 Euro (Stand: 1. Juli 2021) geschützt. Die Schuldnerin oder der Schuldner kann damit weiter wichtige Zahlungen wie die Miete leisten. Belegen Schuldner ihrer Bank Unter­halts­verpflichtungen, erhöht sich der Schutz­betrag. Ist Unterhalt für eine Person zu zahlen, zum Beispiel für den Ehepartner oder ein Kind, erhöht das den Betrag um 471,45 Euro auf 1 731,44 Euro. Zusätzlich können Konto­inhaber mit dem Bescheid von der Familien­geldkasse das Kinder­geld schützen. Wer Bezug von Sozial­leistungen nach­weist, für den steigt der Schutz­betrag ebenfalls.

Neue Regeln ab 1. Dezember 2021

Zum 1. Dezember 2021 treten Verbesserungen für das Pfändungs­schutz­konto (P-Konto) in Kraft, zum Beispiel:

  • die jähr­liche Anpassung der Pfändungs­frei­grenzen,
  • Pfändungs­schutz des Guthabens ist auch auf einem Gemein­schafts­konto möglich,
  • das Ansparen von unver­brauchtem pfand­freiem Guthaben auf dem Konto ist für drei statt bisher einen Monat möglich,
  • der Pfändungs­schutz bei der Nach­zahlung von Leistungen, zum Beispiel von Arbeits­einkommen.

Anspruch auf Umwandlung

Jeder Schuldner darf nur ein P-Konto einrichten. Dafür kann er bei einem persönlichen Termin in jedem Kredit­institut einen Antrag stellen oder ein bestehendes Giro­konto umwandeln lassen. Einrichten oder Umwandeln kostet nichts extra. Das Führen des Kontos kostet dagegen schon – und häufig nicht zu knapp. Teil­weise liegen die monatlichen Konto­führungs­gebühren über 10 Euro. Gesetzlichen Anspruch auf die Einrichtung eines P-Kontos haben Schuldner nicht, wohl aber auf die Umwandlung eines bereits bestehenden Kontos.
Tipp: Die Bank ist verpflichtet, die Umwandlung spätestens nach vier Geschäfts­tagen vorzunehmen.

Schufa bekommt Bescheid

Damit niemand mehrere P-Konten führt, meldet die Bank der Schufa die Einrichtung eines P-Kontos. Die Schufa gibt diese Information an andere Banken weiter, wenn Kunden dort ein P-Konto eröffnen möchten.* Auf Anfrage von test.de hat die Schufa erklärt, dass sie die Existenz eines P-Kontos bei der Berechnung der Kreditwürdig­keit nicht berück­sichtige. Kunden mit intakten Finanzen sollten kein P-Konto einrichten.
Tipp: Kompakte Informationen zum P-Konto gibt es auch bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

*Korrigiert am 11.11.2021

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5 Kommentare Diskutieren Sie mit

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dkuffner am 10.03.2013 um 20:03 Uhr
Warum nicht "vorsorglich" ein P-Konto einrichten?

Ist es wirklich nicht zu empfehlen "vorsorglich" ein P-Konto einzurichten? Ich finde jeder sollten "vorsorglich" ein P-Konto einrichten den mann kann ja nie wissen was passiert. Und nur weil ich schon mal ein P-Konto habe heisst das ja noch lange nicht das ich vorsetzlich Schuldner werden moechte (das will ja niemand). Nur weil ich eine Haftpflicht Versicherung abschliesse heisst das doch noch lange nicht das ich vorhabe Glasscheiben einzuschlagen.
Hab gerade gesehen das zum Beispiel die DKB das p-konto umsonst anbietet.

Profilbild Stiftung_Warentest am 06.03.2012 um 13:06 Uhr
Umwandlung in ein P-Konto

@markus1049: Bei drohender oder bestehender Pfändung besteht das Recht auf Umwandlung eines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto. Wir würden nicht empfehlen, das Konto "vorsorglich" in ein P-Konto umzuwandeln, denn dadurch kommt es je nach Bank möglicherweise zu Nachteilen (hohe Gebühren, Onlinebanking, EC-Karte). Auch gibt es Berichte, dass Kunden in manchen Fällen herablassend behandelt wurden. Wenn das Konto binnen 4 Wochen ab Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses bei der Bank in ein P-Konto umgewandelt wird, gilt der Schutz ab Zustellung des Beschlusses.

markus1049 am 05.03.2012 um 18:27 Uhr
Umwandlung auch ohne Pfandungsvorlage möglich ?

Mich würde mal Interessieren, ob es auch möglich ist, die Umwandlung in ein P-Konto vorzunehmen, auch wenn keine Pfändung vorliegt, denn darüber habe ich bislang noch nichts an Info gefunden, denn ich binn Bezieher von ALG II.
Lg Markus

hafensaenger2 am 20.01.2012 um 21:32 Uhr
MickMetal vom 04.01.2012

Ich verstehe nicht, warum sich diese Bank VOLKSbank nennt,
wenn auch noch teilweise die höchsten Gebühren (27.00 € mtl.) für das P-Konto berechnet werden.
Habe auch eine Insolvenz hinter mir. Nach der Abwicklung
wurde mir ein sogen. Konto im Guthaben fest versprochen. Als
es dann soweit war, konnte man sich hieran nicht mehr erinnern. Diese Bank ist das allerletzte!

MickMetal am 04.01.2012 um 18:10 Uhr
Ungeschultes Personal bei den Banken bei P-Konten

Es ist leider traurig zu sehen, wie ungeschult das meiste Bankpersonal immer noch ist, obwohl der §§ 850k ZPO seit dem 1.7.2010 existiert.
So musste ich am 27.12.2011 leider eine Einstweilige Verfügung des AG Hannover bei der Volksbank Hannover vorlegen, um mein eigenes Geld von meinem Konto zu erhalten (Rest-Guthaben zu dem Zeitpunkt ca. 68 €, weit von der Pfändungsgrenze entfernt). Das Girokonto war im Oktober 2011 zu einem P-Konto umgewandelt worden.
Als Reaktion auf die Einstweilige Verfügung kündigt mir die Bank am 29.12.2011 mein Konto fristlos, somit befand sich mein Hartz IV im Rücklauf und ich war erneut zu Sylvester ohne einen Cent in der Tasche.
Es ist schon eine Unverschämtheit, was sich hier einige Banken im Umgang mit P-Konto-Kunden so alles erlauben.
Ich hoffe doch, dass davon nicht allzuviele Bürger mit einem P-Konto betroffen sind, es wäre ein Armutszeugniss für dieses Land.
Trotzdem noch ein frohes Neues Jahr :)