Gemüsepaprika: Pro für Paprika

Pestizide in Paprikaschoten Test

Brennend scharf waren die kleinen Paprikafrüchte, die spanische Eroberer im 16. Jahrhundert aus Süd- und Mittelamerika mitbrachten. Erst im 20. Jahrhundert wurden aus dem „spanischen Pfeffer“ die milden Paprikafrüchte gezüchtet. Als Erinnerung sind uns Chili und Peperoni geblieben.

Kulinarisches

Seither haben sie eine steile Küchenkarriere hinter sich. Die attraktiv gefärbten Schoten sind ausgesprochen vielseitig. Sie machen sich roh im Salat ebenso gut wie gegart im südlichen Eintopf (Ratatouille, Letscho) oder gefüllt und überbacken. Sie variabel zu verzehren, macht auch ernährungsphysiologisch Sinn. Denn manche Bioaktivstoffe sind in rohen Paprikaschoten besonders aktiv, andere – wie das Betakarotin – verwertet der Körper besser im gekochten Zustand. Optimal ist demnach ein Sowohl-als-auch-Genuss. Rohe Schoten sollten kühl und separat gelagert werden. Sie geben das Gas Äthylen ab, das auch andere Gemüse schneller reifen lässt.

Bekömmliches

Manchen Menschen liegen Paprika schwer im Magen. Das liegt an der durchsichtig feinen, aber unverdaulichen, zähen Schale, die das Fruchtfleisch umgibt. Kurz geröstet oder gegrillt (mit der Schnittfläche nach unten), wird die Haut schwarz und schlägt Blasen. Wenn man die Schoten dann kurz unter einem feuchten Tuch abkühlt, lässt sich gerade bei den roten und gelben Früchten die Haut gut abziehen. Das Resultat schmeckt sogar besonders aromatisch und lässt sich – mit Olivenöl und Zitrone mariniert – etliche Tage aufbewahren.

Gesundes

Grün, gelb und rot – schon die Farben signalisieren: Hier sind Karotinoide und Flavonoide am Werk. Diese Pflanzenfarbstoffe wirken als Antioxi­­­­­­­d­anzien, unterstützen den Körper im Kampf gegen sauerstoffhaltige freie Radikale, schützen Arterien und Zellen. Flavonoide verbessern auch die Fließeigenschaften des Blutes und verhindern so, dass Blutplättchen zusammenklumpen, beugen Kreislauferkrankungen vor. Das Provitamin Betakarotin kann mithilfe von Fett im Körper besser aufgenommen und dann zu Vitamin A umgewandelt werden. Als Antioxidans hat es aber auch eine eigenständige Funktion.

Vor allem rote ausgereifte Früchte warten mit üppigem Vitamin-C-Gehalt auf: In 100 Gramm stecken rund 150 Milligramm – bei nur etwa 20 Kilokalorien. Ein Clou der Natur ist das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe: Flavonoide zum Beispiel erhöhen die Wirkung von Vitamin C etwa um das Zwanzigfache. Insbesondere in rotem Paprika findet man auch Vitamin E, das sonst eher in fetthaltigen Nüssen und Samen steckt. An Mineralstoffen liefern Paprika Kalium, Magnesium und Phosphor.

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