Pensions­kassen Test

Mit einer Pensions­kasse können Arbeitnehmer effektiv für das Alter vorsorgen. Voraus­setzungen: Der Arbeit­geber bietet diese Möglich­keit der betrieblichen Alters­vorsorge und wählt eine gute Kasse aus. Denn bei gleicher Einzahlung schwanken die garan­tierten Renten der Anbieter erheblich. Finanztest nennt gute Angebote und gibt Tipps für Versicherte.
Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Pensionskassen.

Nicht immer für alle zugäng­lich

Pensions­kassen sind Versicherungs­unternehmen, die nur die betriebliche Alters­versorgung anbieten. Viele Kassen sind von der Rechts­form her Versicherungs­ver­eine auf Gegen­seitig­keit. Die meisten Vereine sind nicht für alle Arbeitnehmer zugäng­lich, sondern oft nur für Mitarbeiter bestimmter Branchen oder Betriebe. Es gibt aber auch Pensions­kassen in der Rechts­form von Aktiengesell­schaften. Sie sind in Konzerne einge­bunden, zu denen auch Lebens­versicherer gehören. Diese Pensions­kassen sind offen für alle Interes­senten. Die Rechts­form einer Pensions­kasse beein­flusst die Kalkulation der Unternehmen. Das bekommen Kunden meist durch die Höhe der zugesagten Renten zu spüren. So lagen die zugesagten Renten aller Versicherungs­ver­eine im Test über denen von Aktiengesell­schaften. Allerdings bieten die Aktiengesell­schaften Rabatte, wenn mindestens zehn Mitarbeiter einer Firma einen Tarif abschließen. Das erhöht die garan­tierten Renten gering­fügig.

Sicherheit der Renten

Der Grund für die unterschiedlich hohen Renten: Die Aktiengesell­schaften arbeiten gewinn­orientiert und garan­tieren wenig Rente. Allerdings ist diese Rente in jedem Fall sicher, selbst wenn die Kasse zahlungs­unfähig wird. Dann springt der gesetzliche Sicherungs­fonds, die Auffang­gesell­schaft „Protector“ ein. Versicherungs­ver­eine sagen dagegen höhere Renten zu. Das geht, weil sie kostengünstig arbeiten und andere Rechnungs­grund­lagen verwenden als Aktiengesell­schaften. Wenn ein Versicherungs­ver­ein falsch kalkuliert, kann er die Zusagen jedoch ändern, um eine drohende Insolvenz abzu­wenden. Dann erhalten Versicherte möglicher­weise weniger Rente als zugesagt oder sie müssen höhere Beiträge zahlen. Die Vereine gehören der Auffang­gesell­schaft „Protector“ nicht an. Allerdings können die Versicherungs­ver­eine nicht unver­hält­nismäßig hohe Renten versprechen: Die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) kontrolliert die Vereine und genehmigt deren Tarife.

Verträge mit oder ohne Zusatz­leistungen

Im aktuellen Test: Angebote für betriebliche Alters­renten durch Gehalts­umwandlung. Arbeitnehmer können diese Betriebs­renten mit oder ohne Zusatz­leistungen wählen. Daher gab es zwei Modell­fälle. Modell 1: Bei Tarifen ohne Zusatz­leistungen zahlen die Kassen ihren Kunden nur eine lebens­lange Alters­rente ab dem 67. Lebens­jahr. Modell 2: Arbeitnehmer können einen Schutz für Hinterbliebene vereinbaren. Dann erstattet die Kasse den Angehörigen die einge­zahlten Beiträge zurück, wenn der Versicherte während der Anspar­phase stirbt. Passiert dies in den ersten fünf Jahren nach Renten­beginn, zahlt die Kasse die Rentenbeiträge noch bis zum Ende der ersten fünf Jahre an die Hinterbliebenen. Oft bieten Versicherungs­ver­eine mehr Leistungen als im Modell 2 beschrieben. Partner des verstorbenen Versicherten erhalten dann lebens­lang eine vereinbarte Hinterbliebenenrente. Allerdings ist es für Arbeitnehmer oft güns­tiger, wenn sie eine Betriebs­rente aus Entgelt­umwandlung ohne zusätzliche Leistungen wählen. Die Absicherung der Angehörigen ist über eine Risikolebensversicherung meist preis­werter.

Betriebs­rente und Jobwechsel

Es kann vorkommen, dass Arbeitnehmer ihre Zahlungen nicht bis zum Ende der Lauf­zeit durch­halten oder ihren Job wechseln. Das Problem dabei: Per Gesetz sind die Verträge nicht künd­bar. Das hat zwar den Vorteil, dass die Betriebs­renten nicht als Vermögen gewertet werden, wenn Versicherte möglicher­weise Hartz IV in Anspruch nehmen müssen. Doch sie sind dadurch auch wenig flexibel. Wer unter Umständen schon nach wenigen Jahren den Arbeit­geber wechselt, hat Nachteile. Eine kostenfreie Über­tragung ist manchmal möglich, aber längst nicht immer. Nur für ab 2005 geschlossene Verträge gibt es mitt­lerweile ein gesetzliches Mitnahme­recht. Doch das ist für Versicherte meist mit Kosten verbunden. Das gilt gerade, wenn die Pensions­kasse hohe Abschluss­kosten hat. Arbeitnehmer lassen dann beim alten Arbeit­geber eine Minirente stehen und können nur wenig Kapital zur neuen Firma mitnehmen. Immerhin: Aktiengesell­schaften beteiligen sich an einem Über­tragungs­abkommen, so dass Arbeitnehmer bei einem Wechsel zwischen diesen Anbietern ihren Vertrag ohne Zusatz­kosten fortführen können. Bei Versicherungs­ver­einen ist die Fortführung der Betriebs­rente nach einem Jobwechsel problemlos, wenn Arbeitnehmer in derselben Branche bleiben.

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