Spendiert der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersvor­sorge über eine Pensionskasse, müssen Männer und Frauen die gleiche Rentenleistung erhalten. Das fordert das Gebot der gleichen Lohnzahlung, entschied das Bundesarbeitsgericht zugunsten eines ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiters (Az. 3 AZR 550/03).

Er ging schon mit 62 Jahren in Rente und erhielt eine Betriebsrente mit Abschlag. Laut Pensionsvertrag sollte aber nur bei Männern, die vor dem 65. Geburtstag in Rente gehen, die Rente gekürzt werden, bei Frauen dagegen nicht. Sie hatten bereits ab dem 60. Geburtstag Anspruch auf ungekürzte Rente.

Doch laut Urteil des Europäischen Gerichtshofs darf kein Arbeitnehmer wegen seines Geschlechts diskriminiert werden(Az. Rs C 262/88). Das gilt für seit dem 18. Mai 1990 erworbene Ansprüche. Deshalb muss der Chef die Differenz ab diesem Tag für seinen ehemaligen Mitarbeiter ausgleichen.

Tipp: Betroffene sollten von ihrem früheren Arbeitgeber Ausgleich fordern und wenn nötig vor dem Arbeitsgericht klagen. Der Chef muss aber nichts ausgleichen, wenn der Arbeitnehmer selbst in die Pensionskasse eingezahlt hat.

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