Die Deutsche Börse hat die Anwendung der Pennystock-Regeln für alle am Neuen Markt notierten Unternehmen ausgesetzt. Von den Ausschlusskriterien (Aktienkurs dauerhaft unter 1 Euro, Börsenwert geringer als 20 Millionen Euro) betroffene Firmen werden nun nicht mehr gegen ihren Willen vom Kurszettel gestrichen.

Vorausgegangen ist ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt, welches den Ausschluss von sechs Unternehmen mit geringem Börsenwert vorerst untersagt. Geklagt hatten die Firmen E.Multi, GfN, Infogenie, Letsbuyit.com, NSE und Wizcom. Der Ausgang des Hauptsacheverfahrens ist noch offen.

Die Deutsche Börse setzt auf den Gesetzgeber und das Vierte Finanzmarktförderungsgesetz, das noch in diesem Jahr in Kraft treten könnte und nach Meinung der Börse Ausschlussregeln erlauben würde. Unabhängig davon will die Deutsche Börse betroffene Firmen überzeugen, den Neuen Markt freiwillig zu verlassen.

Seit der Einführung der Pennystock-Regeln haben 18 Unternehmen den Neuen Markt freiwillig verlassen, 11 Gesellschaften wurden wegen Insolvenz vom Neuen Markt ausgeschlossen.

Tipp: Aktionäre sollten bei ausstiegsbedrohten Aktien über einen rechtzeitigen Verkauf nachdenken, insbesondere, wenn die einjährige Spekulationsfrist für die Papiere noch nicht abgelaufen ist. Dann können sie Verluste steuersparend beim Fiskus geltend machen.

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