Weil ab 2007 wieder der volle Arbeitsweg zählt, gibt es viel Geld zurück

Folgen für

Das gilt für die Steuererklärung 2007 und 2008

Was Sie tun sollten

Folgen für

Das gilt für die Steuererklärung 2007 und 2008

Was Sie tun sollten

Weg zur regelmäßigen Arbeits-
stätte und Unfall-
kosten auf dem Weg zur Arbeit

Arbeitnehmer rechnen ab dem ersten Kilometer Arbeitsweg 30 Cent x Entfernungskilometer (einfache Strecke) x Arbeitstage (230 bei Fünf-Tage-Arbeitswoche) als Werbungskosten ab, im Jahr maximal 4 500 Euro. Selbstständige setzen die Pauschale als Betriebsausgaben ab. Die 4 500-Euro-Grenze gilt nicht für Autofahrer, die höhere Kilometerleistung nachweisen. Alternativ zählen die höheren Ticketkosten – auch tageweise, wer mal mit dem Auto, mal mit Bahn oder Bus gefahren ist. Zusätzlich rechnen die Unfallkosten wieder mit.

Haben Sie den Arbeitsweg für 2007 und 2008 noch nicht geltend gemacht, rechnen Sie nachträglich die Pendlerpauschale formlos bei Ihrem Finanzamt ab. Höhere Kosten für Bus und Bahn müssen Sie nachweisen. Wenn Sie nicht das ganze Jahr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren sind, können Sie auch tageweise die tatsächlichen Kosten abrechnen und für die anderen Tagen die Entfernungspauschale beantragen. Auch Ihre Unfallkosten auf dem Arbeitsweg für 2007 und 2008 reichen Sie nach, sofern die Kosten noch nicht ersetzt wurden.

Fahrtkosten-
zuschüsse

Zuschüsse, die der Chef zusätzlich zum Lohn in Höhe der Pendlerpauschale zahlt, sind für den Arbeitnehmer steuer- und sozialabgabenfrei, der Arbeitgeber zahlt 15 Prozent Pauschalsteuer.

Der Arbeitgeber kann versteuerte Zuschüsse für 2007 und 2008 korrigieren (BMF-Schreiben vom 30. Dezember 2008, IV C 5 - S 2351/08/10005). Das gilt auch für anteilig gezahlte Beiträge in die Sozialversicherung.

Außergewöhnliche Belastung

Der zumutbare Eigenanteil der außergewöhnlichen Belastungen wird etwas geringer, weil die Einkünfte durch die höheren Werbungskosten für den Arbeitsweg und eventuell Unfallkosten sinken.

Haben Sie etwa Krankheitskosten nicht abgerechnet, weil diese innerhalb der zumutbaren Belastung waren, sollten Sie jetzt prüfen, ob nun die zumutbare Grenze überschritten ist, und Kostennachweise nachreichen.

Arbeitnehmer-
sparzulage

Sinkt das Einkommen durch die höheren Werbungskosten auf 17 900 Euro (Ehepaare 35 800 Euro) im Jahr 2007 oder 2008 gibt es die Sparzulage für vermögenswirksame Leistungen.

Sie sollten die Zulage beantragen, falls Sie nach Korrektur Ihres Steuerbescheids für 2007 oder 2008 die Einkommensgrenzen einhalten. Haben Sie noch keine Steuererklärung eingereicht, können Sie das nachholen.

Kitakosten

Für Eltern, die durch den höheren Abzug für den Arbeitsweg weniger Einkommen haben, sinkt häufig die Kitagebühr.

Ob die Kita die Gebühr wegen eines geänderten Steuerbescheids nachträglich korrigiert, hängt von der jeweiligen Gebührenregelung der Kita ab.

Kindergeld

Für ein volljähriges Kind kann es jetzt nachträglich Kindergeld geben, weil ab dem ersten Entfernungskilometer der einfachen Wegstrecke zum Ausbildungsbetrieb und zum Studienort die 30-Cent-Pauschale abgezogen wird. Kindergeld wird gezahlt, wenn Einkünfte und Bezüge des volljährigen Kindes nicht mehr als 7 680 Euro im Jahr betragen, im Monat im Schnitt maximal 640 Euro.

Haben Sie einen Ablehnungsbescheid erhalten, beantragen Sie eine Änderung, wenn nun die Einkünfte-/Bezügegrenze eingehalten wird. Ist die Ablehnung bestandskräftig (ohne Vorläufigkeit), können Sie rückwirkend ab dem Folgemonat, nach dem der Ablehnungsbescheid zugegangen ist, wieder Kindergeld beantragen. Haben Sie noch keinen Antrag gestellt, können Sie Kindergeld bis zu vier Jahre rückwirkend beantragen.

Eigenheim-
zulage

Eltern mit der alten Eigenheimzulage erhalten die Zulage für ein Kind, dem im jeweiligen Jahr mindestens einen Monat Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zusteht.

Bekommen Sie rückwirkend Kindergeld, erhalten Sie für die Eigenheimzulage auch rückwirkend die Kinderzulage. Beantragen Sie dazu eine Änderung des Bescheids nach Paragraf 11 Abs. 2 Eigenheimzulagengesetz.

Wohnungsbau-
prämie

Sinkt das Einkommen durch die höheren Werbungskosten auf 25 600 Euro (Ehepaare 51 200 Euro) gibt es die Wohnungsbauprämie.

Sie können innerhalb eines Jahres nach Erhalt des geänderten Steuerbescheids die Prämie beantragen, auch wenn die Prämie bisher abgelehnt wurde oder Sie das Geld noch gar nicht beantragt haben.