Pendlerpauschale Meldung

Millionen Berufspendler sind dem Kilometergeld für ihren Arbeitsweg einen großen Schritt näher gekommen. Der Bundesfinanzhof hat die Kürzung der Pendlerpauschale für verfassungswidrig erklärt. Noch in diesem Jahr will das Bundesverfassungsgericht endgültig entscheiden.

Letztes Wort hat Bundesverfassungsgericht

Die große Koalition hatte Pendlern seit 2007 die Pauschale von 30 Cent für die ersten 20 Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz gestrichen. Ein Bäckermeister und ein Ingenieur hatten gegen diese Kürzung geklagt. Die Richter am Bundesfinanzhof haben deren Klage nun zum Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe weitergeleitet. Begründung: Die Wege zur Arbeit sind rein berufliche Aufwendungen. Den Pendlerkosten kann sich kein Arbeitnehmer entziehen, sie sind unvermeidlich. Außerdem verstößt das Gesetz gegen den Schutz von Ehe und Familie.

TIPP: Setzen Sie in Ihrer Jahresabrechnung für 2007 trotzdem die gesamte Entfernung zwischen Büro und Ihrer Wohnung an, auch wenn Sie die 20-Kilometer-Grenze unterschreiten.

Finanzamt setzt strittige Steuern auf vorläufig

Die Musterklagen gegen die Kürzung der Pendlerpauschale geht viele Arbeitnehmer an. In solchen Fällen setzt das Finanzamt die strittigen Steuern von sich aus vorläufig fest. Dann müssen Steuerzahler gegen den Jahressteuerbescheid keinen Einspruch erheben. Auf Vorläufigkeitsvermerke ist aber nur Verlass, wenn zum Zeitpunkt der Steuerfestsetzung ein Verfahren bei dem Bundes­finanzhof, Bundesverfassungsgericht oder Europäischen Gerichtshof läuft, in dem es um die Verfassungsmäßigkeit der strittigen Steuerfrage geht. Zur Pendlerpauschale bleibt der Steuerbescheid automatisch offen.

TIPP: Sind die obersten Gerichte nicht befasst, sollten Sie innerhalb eines Monats nach Erhalt der Bescheide Einspruch beim Finanzamt einlegen. Wie Sie das genau machen und welche Musterprozesse gerade laufen, erfahren Sie im neuen Finanztest Spezial Steuern 2008.

Alles zur Jahressteuererklärung 2007

Pendlerpauschale Meldung

Als umfangreicher Ratgeber für die Steuererklärung 2007 erscheint jetzt Finanztest Spezial Steuern 2008. Jeder Arbeitnehmer oder Freiberufler sollte seine Jahresabrechnung beim Finanzamt abgeben, auch wenn er dazu nicht verpflichtet ist. Der Aufwand wird bei den meisten mit etlichen hundert Euro Rückerstattung entlohnt. Das Finanztest Spezial Steuern 2008 nennt alle Steuervorteile und Tipps für die Steuererklärung 2007 sowie alle Steueränderungen fürs laufende Jahr. Sie können es sofort zum Preis von 7,50 Euro Online bestellen.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 23. Januar 2008
Aktenzeichen: VI R 17/07 und VI R 27/07

Dieser Artikel ist hilfreich. 226 Nutzer finden das hilfreich.