Pend­lerpauschale Meldung

Pendler, die mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln zur Arbeit fahren, dürfen höhere Kosten absetzen als Auto­fahrer. Das hat der Bundes­finanzhof (BFH) jetzt in zwei Entscheidungen klar­gestellt (BFH, Az. VI R 4/15 und Az. VI R 48/15). test.de informiert.

Wer öffent­lich fährt, darf die tatsäch­lichen Kosten absetzen

Sämtliche Kosten für Auto­fahrten zwischen Wohnung und regel­mäßiger Arbeits­stätte sind durch die Pend­lerpauschale abge­golten. Das gilt selbst dann, wenn die tatsäch­lichen Ausgaben des Pend­lers höher sind. Nach Auffassung der BFH-Richter ist es auch nicht ungerecht, dass Benutzer öffent­licher Verkehrs­mittel abweichend davon ihre tatsäch­lichen Kosten absetzen dürfen, wenn diese höher sind als die Pauschale.

Mit der Pend­lerpauschale sind alle Kosten abge­golten

Wer regel­mäßig mit dem Auto zum Job fährt, kann für jeden Arbeits­tag 30 Cent pro Kilo­meter der einfachen Entfernung als Werbungs­kosten geltend machen (Pend­lerpauschale). Damit sind sämtliche Kosten für das Fahr­zeug wie Treibstoff, Versicherung und Steuern abge­golten. Höhere Kosten etwa für Reparaturen können nicht zusätzlich steuerlich abge­rechnet werden. Anders bei Pend­lern, die öffent­liche Verkehr­mittel nutzen. Sie können die tatsäch­lichen Kosten absetzen, wenn sie höher sind als die Pauschale.

Wer hat geklagt?

Ein über diese Regelung verärgerter Arbeitnehmer hatte seine Pkw-Kosten akribisch ein Jahr lang aufgelistet. Im Streit­jahr waren ihm durch seine Fahrten zum Job tatsäch­liche Ausgaben in Höhe von 8 382 Euro entstanden. Das Finanz­amt erkannte jedoch nur die Pend­lerpauschale in Höhe von 2 967 Euro (230 Tage × 43 km × 30 Cent) an. In einem Muster­verfahren wollte der Kläger nun die obersten Finanz­richter über­zeugen. Doch die gaben dem Finanz­amt recht.

So begründen die Richter ihr Urteil

Die Privilegierung öffent­licher Verkehrs­mittel ist verfassungs­recht­lich unbe­denk­lich. Dafür spricht aus Sicht der Richter auch, dass öffent­liche Verkehrs­mittel gegen­über Auto­fahrern in Bezug auf den Ausstoß von Treib­hausgasen umwelt­freundlicher sind. Der Steuergesetz­geber ist grund­sätzlich nicht daran gehindert, Förderungs- und Lenkungs­ziele aus Gründen des Gemein­wohls zu verfolgen. Er darf nicht nur durch Gebote und Verbote, sondern auch durch steuerliche Subventionen auf Wirt­schaft und Gesell­schaft Einfluss nehmen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 8 Nutzer finden das hilfreich.