Paypal Meldung

Zahlreiche Kunden des Bezahl­dienst­leisters paypal bekommen derzeit eine Gewinn­mitteilung. Die E-Mails stammen nach Erkennt­nissen von test.de tatsäch­lich von paypal. Doch nach Angaben des Unter­nehmens seien die Nach­richten nur aus Versehen verschickt worden. Möglicher­weise haben die Ange­schriebenen aber trotzdem einen Anspruch auf die versprochenen 500 Euro.

Gewinn­mitteilung stammt tatsäch­lich von paypal

Paypal Meldung

So teilt paypal den Kunden die Gewinn­botschaft mit.

So teilt paypal den Kunden die Gewinn­botschaft mit.

Der Bezahl­dienst­leister paypal verschickt derzeit in offen­bar großer Anzahl Gewinn­mitteilungen. Darin heißt es, dass die Empfänger 500 Euro gewonnen hätten und das Geld auch schon zum Ausgeben auf dem paypal-Konto bereit liegen würden. Auf Nach­frage von test.de hat paypal erklärt, dass die Mitteilungen tatsäch­lich vom Unternehmen stammen. Die E-Mails seien aber „aufgrund eines tech­nischen Fehlers vers­endet worden“. Das erklärt, warum Empfänger der E-Mails, die ins Konto schauen, keine 500-Euro-Gutschrift vorfinden.

[Update 10. Juni 2013: Paypal hat die Gewinn­mitteilungen mitt­lerweile per E-Mail angefochten. Sie finden dazu auf test.de eine aktuelle Meldung.]

Gewinn­mitteilung gut aufbewahren

Für paypal kann das Versehen teure Folgen haben. Denn der Gesetz­geber hat im Bürgerlichen Gesetz­buch klare Regeln zu Gewinn­mitteilungen aufgestellt. So heißt es in Paragraf 661a BGB:

„Ein Unternehmer, der Gewinn­zusagen (...) an Verbraucher sendet und durch die Gestaltung dieser Zusendungen den Eindruck erweckt, dass der Verbraucher einen Preis gewonnen hat, hat dem Verbraucher diesen Preis zu leisten.“

test.de hat bei Gewinn­spiel- und Internet­rechts­experten nachgefragt – und die einhellige Meinung ist: Diese Regel ist streng auszulegen. Es kann also durch­aus sein, dass paypal sein Gewinn­versprechen nicht mehr aus der Welt bekommt, auch wenn es sich tatsäch­lich um ein Versehen handeln sollte. Auf die Nach­frage, wie paypal die Rechts­lage sieht, hat das Unternehmen noch nicht reagiert. Empfänger der Nach­richt sollten die E-Mail gut aufbewahren. test.de berichtet über den Fortgang der Geschichte.

Wichtig: Dass eine Gewinn­ben­achrichtigung tatsäch­lich vom vermeintlichen Absender stammt, ist die Ausnahme! In der Regel handelt es sich bei solchen E-Mails um Phishing-Versuche, mit denen Kriminelle die Nutzer­daten des Empfängers ausspionieren wollen. So machten auch schon Phishing-Mails mit dem vermeintlichen Aussender paypal die Runde.

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