Payback-Karte Meldung

Kunden dürfen mit der Payback-Karte nicht länger zu "gläsernen Verbrauchern" gemacht werden. Das Landgericht München I hat die Klausel im Anmeldeformular untersagt, nach der Kunden sich mit der Weitergabe ihrer Daten "zu Werbe- und Marktforschungszwecken" einverstanden erklären (Az. 12 O 13009/00). Etwa 8,3 Millionen Verbraucher nutzen die Payback-Karte, die ihnen drei Prozent Rabatt bei jedem Einkauf gewährt. Eigentlicher Zweck der Karte ist knallhartes Marketing. Bei der Anmeldung werden auch Daten wie E-Mail-Adresse, Telefon- und Handynummer oder Geburtsdatum erfragt, obwohl das fürs Rabattgeben gar nicht nötig wäre. So laufen alle Einkäufe bei den 27 Partnerfirmen zu einem präzisen, individuellen Kundenprofil zusammen, und das branchenübergreifend, egal ob DEA-Tankstellen, FTI Touristik, Galeria Kaufhof, Real-Supermärkte, RWE-Strom oder Ufa-Kinos. Zwar will Payback Berufung einlegen, doch hat das Unternehmen sein Kleingedrucktes bereits geändert. Das Urteil dürfte sich auch auf andere Bonussysteme wie Webmiles oder Ecollect auswirken, die nach dem Fall des Rabattgesetzes (für Sommer 2001 geplant) noch stärker auf den Markt drängen werden.

Tipp: Wer schon unterschrieben hat, kann sein Einverständnis widerrufen. In den USA, wo solche Rabattsysteme gang und gäbe sind, machen Shopper scharenweise bei der Anmeldung falsche Angaben, um der drohenden Werbepost zu entgehen.

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