Die Pax Schweizerische Lebensversicherungs-Gesellschaft Deutschland hat eine neue Kapital bildende Lebensversicherung und eine entsprechende Rentenversicherung entwickelt, bei der die Kunden "das Verhältnis Chance zu Sicherheit selbst festlegen" können, wie das Unternehmen berichtet.

Das Produkt: Bei den beiden Varianten der PaxLifeInvest-Police können sich die Verbraucher ihre Garantieverzinsung selbst aussuchen: Sie haben die Wahl zwischen 3,25 Prozent, 2 Prozent und 1 Prozent pro Jahr. Die Überschüsse, die darüber hinaus erzielt werden, fließen in ein Fondsdepot bei der Fürst Fugger Privatbank, dem "Fürst Fugger Depot Chance".

Bei herkömmlichen Kapital bildenden Lebensversicherungen hingegen wird von den Gesellschaften ein einheitlicher Garantiezins vorgegeben. Normalerweise garantieren die Gesellschaften 4 Prozent auf den Sparanteil der Prämien. Die Überschussbeteiligung und damit die Höhe der gesamten Auszahlung hängt dann von dem Geschäftsergebnis ab. Bei PaxLifeInvest dagegen kommt es auf das Fondsdepot an.

Die Sicherheit: Je niedriger der gewählte Garantiezins bei der PaxLifeInvest ist, desto höher ist die Beteiligung am Fonds. Ein niedriger Garantiezins bedeutet also relativ wenig Sicherheit, dafür aber gute Chancen auf Aktienfondsgewinne. Ein hoher Garantiezins hingegen verbessert die Sicherheit, aber auf Kosten der möglichen Rendite.

Die Rendite: Interessant sind vor allem die Varianten mit den niedrigen Garantiezinsen. Hier unterscheiden sich die PaxLifeInvest-Policen am meisten von anderen Kapitallebensversicherungen. Ein Zahlenbeispiel mit einem Garantiezins von 1 Prozent: Ein 35-jähriger Mann zahlt zwölf Jahre lang monatlich 300 Mark ein. Garantierte Erlebens- und Todesfallsumme: 38.559 Mark. Prognostizierte Ablaufleistung inklusive Überschüsse bei angenommener 9-prozentiger Wertsteigerung des Fondsdepots: 64.381 Mark.

Die Zahlen zeigen zwei Dinge: Zum einen ist die garantierte Ablaufleistung (38.559 Mark) sehr niedrig. Sie erreicht nicht einmal die Höhe der eingezahlten Prämien (43.200 Mark). Dies ist auch bei der 2-Prozent-Variante im gleichen Modell der Fall. Denn die Versicherer bieten den Garantiezins nicht auf die Prämien, sondern nur auf den Sparanteil, also Prämien minus der Kosten für Vertrieb, Verwaltung und Risikoschutz.

Zum Zweiten bleibt die Rendite des gesamten Vertrags trotz abgespecktem Garantiezins eher bescheiden. Bei einer Wertsteigerung des Fondsdepots von 9 Prozent liegt sie in der 1-Prozent-Variante des Beispiels inklusive Überschüssen bei 6,42 Prozent. Diese Rendite wird auch von guten klassischen Kapitallebensversicherungen erreicht, die ihre Garantiezinsen hierfür nicht herunterschrauben. In der 3,25-Prozent-Variante der PaxLifeInvest, die den klassischen Lebensversicherungen am nächsten kommt, wird bei dem gleichen Modellkunden übrigens nur noch eine Rendite von 5,84 Prozent in Aussicht gestellt.

Das Fazit: Da PaxLifeInvest trotz abgesenktem Garantiezins keine besonders hohe Rendite verspricht, ist eine gute klassische Kapitallebensversicherung oder eine Anlage in Fonds die bessere Alternative. Wer sich mit der Rendite einer Lebensversicherung nicht zufrieden gibt, investiert in Fonds. Die Stiftung Warentest hat errechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, mit einem Aktienfonds-Sparplan über eine Laufzeit von 15 Jahren einen Verlust zu machen, bei höchstens 5 Prozent liegt. Wer das Geld nicht sofort braucht und eine eventuelle Baisse aussitzen kann, hat kaum noch ein Verlustrisiko.

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