Pauschalr­eisen Meldung

Reise­ver­anstalter müssen die gebuchten Flug­zeiten einhalten. Dieses Urteil des Bundes­gerichts­hofs lässt Urlauber hoffen. Künftig könnten sie nach einer kurz­fristig angekündigten Verlegung der Reise einen ähnlichen Anspruch auf Entschädigung haben wie bisher schon bei Verspätungen. In gravierenden Fällen sind sogar Stornierungen möglich. test.de informiert.

Ankunft um Mitter­nacht statt mittags

Wer eine Pauschalreise bucht, darf sich auf die Flug­zeiten im Katalog verlassen, urteilt der Bundes­gerichts­hof (BGH). Bisher war das Gegen­teil gängige Praxis. Sollte der Flug nach Mallorca um 11 Uhr losgehen, weil der Urlauber nach­mittags am Pool liegen wollte, bekam er wenige Wochen vor Abreise oft andere Zeiten: Abflug um 19 Uhr, Ankunft kurz vor Mitter­nacht.

BGH kippt Änderungs­vorbehalts-Klausel

Viele Veranstalter behalten sich Änderungen vor. Bei Tui hieß es: „Die endgültige Fest­legung der Flug­zeiten obliegt dem Veranstalter.“ Das hat der BGH gekippt (Az. X ZR 24/13). Zuvor hielten Gerichte solche Klauseln für akzeptabel. Als unzu­mutbar galten meist nur Verlegungen auf einen anderen Tag oder tief in die Nacht.

Anspruch auf Entschädigung

Das Urteil macht Kunden Hoff­nung, dass sie nach einer Verlegung des Flugs einen ähnlichen Anspruch auf Entschädigung haben wie nach einer Verspätung. Nach mindestens vier Stunden Verspätung dürfen sie für jede weitere ange­fangene Stunde 5 Prozent des Tages­preises fordern. „Noch ist aber offen, ob dies künftig auch für Vorverlegungen gilt, und dann womöglich schon ab der ersten Stunde“, sagt der Wiesbadener Reise­rechts­experte Holger Hopperdietzel.

Ersatz­reise oft schwer zu bekommen

Alternativ können Kunden bei gravierenden Änderungen die Reise stornieren und ihr Geld zurück­verlangen. In den Haupt­reise­zeiten wird es aber schwer, eine Ersatz­reise zu finden. Oder sie fahren mit, buchen aber auf eigene Faust Ersatz­flüge. Sie müssen dann aber im Streitfall ihr Geld vor Gericht einklagen.

Tipp: Wer weniger als 14 Tage vor Abreise über die Verlegung informiert wird, kann Anspruch auf eine Ausgleichs­zahlung nach EU-Recht haben. Das sind je nach Flug­strecke 250 bis 600 Euro. Mehr dazu unter www.test.de/pauschalreise-flugverlegung.

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