Käte W. aus Göttingen: Ich habe vor knapp zwei Monaten eine Pauschalreise nach Indien gebucht. Nun kam sechs Wochen vor dem Urlaub ein Brief des Reiseveranstalters, der mir eine nachträgliche Reisepreiserhöhung von rund 200 Mark ankündigte. Muss ich so etwas hinnehmen?

Finanztest: Nein. Zwischen der Buchungsbestätigung und dem Reisebeginn liegen bei Ihnen nur drei Monate.

Der Veranstalter darf die Preise nur dann nachträglich erhöhen, wenn zwischen Vertragsabschluss und Reisestart mehr als vier Monate liegen. Außerdem ist unter anderem nur bei Erhöhungen der Beförderungskosten, einer Änderung der Wechselkurse oder gestiegenen Hafen- oder Flughafengebühren eine Nachforderung drin (Paragraph 651a BGB). Und das auch nur, wenn sich der Veranstalter eine Preisanhebung in den AGB vorbehalten hat.

Andere Kosten, die durch gestiegene Hotelpreise oder eine Fehlkalkulation entstanden sind, dürfen nicht zulasten des Urlaubers gehen. Grundsätzlich gilt: Bei einer Erhöhung der Reisekosten um mehr als 5 Prozent hat der Urlauber das Recht, ohne finanzielle Nachteile von der Reise zurückzutreten.

Grundsätzlich verboten sind überraschende Preiserhöhungen, die erst drei Wochen vor Reisebeginn oder gar noch knapper ins Haus geflattert sind.

Tipp: Widersprechen Sie sofort und vor Reisebeginn. Am besten schriftlich per Einschreiben mit Rückschein. Wollen Sie sich erst einmal Ärger ersparen, weil die Reise kurz vor der Tür steht und Sie befürchten, keine Reiseunterlagen zu erhalten, dann zahlen Sie nur unter Vorbehalt. So können sie das Geld nach der Reise erfolgreicher zurückfordern.

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