Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Rechte von Reisenden im Falle einer Pleite des Veranstalters gestärkt. Die Versicherung des Reiseveranstalters muss bei seiner Insolvenz auch dann den Reisepreis erstatten oder die Rückreise sicherstellen, wenn der Veranstalter betrügerisch gehandelt hat. Die Schutzfunktion des Reisesicherungsscheins, den die Veranstalter ihren Kunden bei der Buchung aushändigen müssen, gilt laut Gericht unabhängig davon, welche Ursache die Zahlungsunfähigkeit hatte (EuGH, Az. C 134/11). Ähnlich verbraucherfreundlich urteilte der Bundesgerichtshof im vergangenen Jahr. Er entschied, dass die Kunden auch entschädigt werden müssen, wenn der Reiseveranstalter die Reise mangels Nachfrage absagt und erst danach Insolvenz beantragt (BGH, Az. X ZR 44/11).

Tipp: Seit 1994 sind Reiseveranstalter verpflichtet, sich gegen Insolvenz zu versichern und dem Verbraucher einen Reisesicherungsschein auszuhändigen. Bezahlen Sie eine Pauschalreise erst, wenn der Sicherungsschein vorliegt.

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