Pauschal­reise Meldung

Urlaubs­freuden. Bei Pauschal­reisen nur mit Anzahlung.

Mehr als 1 000 Euro für eine Umbuchung – solche Gebühren sind erlaubt. Genau wie 40 Prozent Vorkasse bei Pauschal­reisen. Urteile des Bundes­gerichts­hofs stärken Reise­ver­anstaltern den Rücken. Urlauber müssen mit höheren Anzah­lungen als bisher rechnen, Umbuchungen von Reisen und Flügen bleiben teuer.

Viel Geld für die Anzahlung

Beim Vertrags­abschluss sind Anzah­lungen von 20 Prozent des Reise­preises zulässig. Mitunter können die Veranstalter von Pauschal­reisen auch mehr verlangen. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte gegen eine Klausel in den allgemeinen Geschäfts­bedingungen von Tui geklagt, die für manche Reisen eine Anzahlung von 40 Prozent vorsah. Der BGH urteilte jetzt: Die Anzah­lungen sind recht­mäßig (Az. X ZR 71/ 16). Der BGH entschied zum zweiten Mal im Rechts­streit zwischen dem vzbv und Tui. 2014 urteilte er: Für eine Anzahlung von mehr als 20 Prozent ist ein sachlicher Grund erforderlich. Die Reise­ver­anstalter müssen darlegen, dass sie bei Vertrags­schluss in Vorleistung treten, etwa die Flüge zahlen müssen, die Teil des Pauschal­reisepakets sind. Laut neuem Urteil dürfen sie auch die ans vermittelnde Reisebüro zu zahlende Provision sofort anrechnen.

Viel Geld für die Umbuchung

Das deutsche Reiserecht regelt, dass „ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reise­vertrag“ eintreten darf. Wie hoch die Gebühren fürs Umbuchen sein dürfen, steht nicht fest. Die sind meist happig. Zwei Tage vor Reiseantritt sagte ein Paar wegen Krankheit seine Reise nach Thai­land ab und wollte sie auf andere Personen über­tragen. Der Veranstalter verlangte neben dem Reise­preis, den das Paar schon gezahlt hatte, für die Umbuchung zusätzlich 1648 Euro je Person. Der BGH urteilte in diesem und in einem weiteren Fall: Die Reise­unternehmen dürfen hohe Kosten verlangen, wenn Pauschal­reisen auf andere Teilnehmer umge­bucht werden (Az. X ZR 141/15 und Az. X ZR 107/15).

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