EU-Verordnung: Wann EU-Recht gilt

Pauschal­reise Special

Flugreisenden steht nach einer Verspätung eine Ausgleichs­zahlung nach EU-Verordnung 261/2004/EG zu: für den Hin- und Rück­flug jeweils 250 bis 600 Euro, je nach Strecke (siehe Grafik). Voraus­setzung sind mindestens drei Stunden Verspätung. Die Verordnung gilt für Flug­linien mit Sitz in einem Mitglieds­staat der Europäischen Union. Für Nicht-EU-Air­lines gilt sie, wenn der Flug in der EU gestartet ist.

Beispiel: Reise mit Turkish Air­lines nach Antalya. Beim Hinflug gilt die Verordnung, beim Rück­flug nicht.

Nicht zahlen müssen die Flug­linien bei außergewöhnlichen Umständen wie Schlecht­wetter.

Hat die Fluggesell­schaft den Flug verlegt, ist sie aus dem Schneider, wenn sie den Kunden recht­zeitig informiert hat:

  • Es genügt, wenn der Kunde 14 Tage vorher informiert wurde.
  • Sind es weniger als 14 Tage, entfällt die Ausgleichs­zahlung, wenn der Ersatz­flug maximal vier Stunden später landet.
  • Kam die Information weniger als sieben Tage vor Abflug, darf der Ersatz­flug maximal zwei Stunden später landen.

„Halten Flug­linien diese Regeln nicht ein, haben Kunden es nach Flug­verlegungen dennoch oft schwer, Ansprüche durch­zusetzen. Höchst­richterliche Urteile fehlen noch“, sagt Rechts­anwalt Holger Hopperdietzel aus Wiesbaden. Viele Flug­linien wimmeln Ansprüche ab. Deshalb bieten Internetfirmen wie EUclaim.de, Fairplane.net, Flight­right.de und Refund.me an, Ansprüche für Kunden durch­zusetzen. Sie kassieren nur bei Erfolg eine Provision (mehr unter www.test.de/fluggasthelfer).

Die Ansprüche verjähren erst nach drei Jahren. Reisende können noch bis Ende 2013 Ansprüche aus dem Jahr 2010 anmelden.

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