Kunden, die gegen Gebühr bei der Deutschen Verfügungszentrale (DVZ AG) ihre Patientenverfügung eingestellt haben, sollten vom Unternehmen den Nachweis verlangen, dass das Register von Ärzten tatsächlich flächendeckend genutzt wird. Kommt der Nachweis nicht, sollten sie ihr Geld zurückverlangen.

Bis vor kurzem warb die DVZ AG ­vollmundig für ihre Onlinedatei: „Wir sorgen dafür, dass Ihre Vorsorgeverfügungen im Ernstfall von den zuständigen Behörden und Ärzten gefunden werden und damit Ihr Wille durchgesetzt wird.“ Dafür verlangt sie Gebühren.

Doch es zeigt sich, dass Ärzte die Datei nicht nutzen. Das Versprechen scheint nichts wert zu sein. Die DVZ hat die markige Werbung unterdessen abgeschwächt.

An sich sind solche Verfügungen sinnvoll. Darin kann man regeln, wie Ärzte im Fall schwerster Erkrankungen handeln sollen. Doch im DVZ-Archiv liegen die Erklärungen falsch. Während die DVZ meint, Ärzte müssten zwingend im Register recherchieren, sehen das die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Bundesärztekammer, der Verband der privaten Krankenversicherung und die Spitzenverbände der gesetzlichen Kassen völlig anders.

Der DVZ ist der Widerstand der Gesundheitsszene bekannt. Dennoch versprach sie ihren Kunden, mit ihrem Archiv die Ärzte zu erreichen. Juristen wie der Berliner Strafrechtler Carsten Wegner meinen, dass so etwas als Betrug strafbar sein könne.

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