Inhalt: Seelische Visitenkarte abgeben

Eine Patientenverfügung sollte konkret formuliert werden.

Nicht allgemein: „Solange realistische Aussicht auf ein erträgliches Leben besteht, soll alles Angemessene getan werden.“ So allgemein verfasst, hilft eine Patientenverfügung kaum: Was ist realistisch, erträglich oder angemessen? Und soll ein Satz wie: „Ich will keine Intensivmedizin“ auch gelten bei Herzrhythmusstörungen, an denen niemand sterben muss?

Besser konkret: Nennen Sie besser konkrete Situationen. Wenn es Ihnen zum Beispiel darum geht, als Koma- oder Demenzpatient nicht jahrelang am Leben gehalten zu werden, sollten Sie speziell für diesen Fall intensivmedizinische Behandlung ausschließen, falls eine Besserung unwahrscheinlich ist. Fragen Sie Ihren Arzt. Bei einer bevorstehenden Behandlung kann er Prognosen geben und Erfahrungen mit Patienten in ähnlichen Fällen schildern.

Persönliche Haltung: Außerdem sollten Sie ganz allgemein Ihre Einstellung zum Leben darlegen, persönliche Wertvorstellungen, die Haltung zum Tod sowie religiöse Überzeugungen.

  • Wie bin ich mit Krankheit und Schicksalsschlägen fertig geworden?
  • Was macht mir Angst, wenn ich ans Sterben denke?
  • Wie stehe ich zu einem Leben mit körperlichen Dauerschäden?
  • Wäre bei Koma zum Beispiel ein Nierenversagen oder eine Lungenentzündung als „Erlösung“ willkommen?
  • Will ich eine intensive Schmerzbehandlung, auch wenn sie das Leben verkürzt?
  • Passive Sterbehilfe: Möchte ich im Endstadium noch Reanimation, maschinelle Beatmung, Bluttransfusionen?

Selbst formulieren: Diese „seelische Visitenkarte“ sollte jeder selbst formulieren, damit deutlich wird, dass er die Problematik verstanden hat. „Formulare, wo man nur ankreuzen muss, haben sich als wenig tauglich erwiesen“, meint der Stuttgarter Palliativmediziner Professor Dr. Christoph Student, einer der Pioniere der Hospizbewegung.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1330 Nutzer finden das hilfreich.