Patiententourismus Meldung

Die Patientin darf auch in einem anderen EU-Land zum Zahnarzt. Die Kasse muss trotzdem zahlen.

Kassenpatienten können künftig ohne Einschränkungen Ärzte in anderen EU-Ländern aufsuchen. Das hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entschieden. Bislang waren geplante Arztbesuche im Ausland nur möglich, wenn die deutsche Kasse dies vorher genehmigt hatte.

Bei geplanten Krankenhausaufenthalten im Ausland behalten die Kassen ihr Mitspracherecht. Bei Notfällen auf Reisen in der EU bleibt es beim Alten. Die Kassen tragen einen Teil der Kosten.

Geklagt hatten zwei niederländische Frauen, die ohne vorherige Genehmigung ihrer Krankenkassen deutsche und belgische Ärzte aufgesucht hatten. Ihre Kassen wollten die Kosten nicht tragen.

Die EuGH-Richter argumentierten, dass die bisherige Praxis der Kassen den vom EU-Recht geforderten freien Verkehr von Dienstleistungen behindere. Darin sahen sie Nachteile sowohl für die Versicherten als auch für die Ärzte.

Die Mitgliedsländer der EU können zwar eigene Kostensätze für Auslandsbehandlungen festsetzen. Doch die werden auf jeden Fall unter denen der deutschen Erstattungsbeträge liegen, meldete die AOK.

Patienten werden dem Arzt das Geld oft vorschießen und es sich dann von der Kasse wiederholen müssen. Ab 2005 soll es dann eine europaweit geltende Chipkarte für Kassenpatienten geben.

Dieser Artikel ist hilfreich. 236 Nutzer finden das hilfreich.