In Intranet der Berliner Charité wird seit kurzem der „Fehler des Monats“ gewählt. Es geht dabei nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Fehlerprävention und den offenen Umgang mit dem Thema. Um als „Fehler des Monats“ ausgewählt zu werden, sollte der Fehler häufig sein und einen Lerneffekt ermöglichen. Er muss nicht zwingend in der Berliner Charité gemacht worden sein, sondern kann auch aus einer anderen Fehlerberichtsdatenbank und somit aus einer anderen Klinik stammen. Klinik, Patienten und Personal bleiben anonym.

Im klinikinternen Weblog kann jeder Mitarbeiter die Fehler kommentieren und Hinweise geben. Die Charité will ihr Personal so für Fehlerquellen und Risiken sensibilisieren. Die Idee hat Erfolg: Regelmäßig zur Monatsmitte, wenn der „Fehler des Monats“ am Schwarzen Brett im In­tranet erscheint, klettern die Nutzerzahlen und die Kommentare in die Höhe. Im Mai wurde eine Patientenverwechslung in einer Krankenhausambulanz ausgewählt. Der Fall ist glimpflich ausgegangen, die Ambulanz hat Konsequenzen gezogen, damit der Fehler nicht wieder passiert. Ein wichtiges Ziel der Veröffentlichung des „Fehlers des Monats“ sei es, für eine offene, sanktionsfreie und lernende Sicherheitskultur zu werben. Nicht die Schuldfrage stehe im Vordergrund, sondern das gemeinsame Lernen aus der Fehleranalyse und die Entwicklung von Präventionsstrategien für den Pflege- und Behandlungsalltag (siehe Meldung Patientensicherheit).

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