Papiere für den Krisenfall: Eigene Vorgaben für Psychiatrie und Heim

Krisenpass. Psychiatrieerfahrene vermerken in einem Krisenpass mit ihrem Arzt, welche Medikamente sie einnehmen, mit welchen Maßnahmen sie bei Krisen gute Erfahrungen machten, wer zu benach­richtigen ist, mit welcher Klinik eine Behand­lungs­ver­einbarung besteht und welche persönlichen Wünsche sie an die Behand­lung haben. Der Pass ist nicht rechts­verbindlich, aber für Kliniken wegweisend.

Behand­lungs­ver­einbarung. Nach einer stationären Behand­lung können Patienten mit Arzt, Pflegern und einer Vertrauens­person aushandeln, wie bei einer erneuten Aufnahme in derselben Klinik vorgegangen werden soll. Das rechts­verbindliche Dokument enthält die Angaben des Krisenpasses, außerdem, welche Zwangs­maßnahmen jemand für den Ernst­fall akzeptieren würde oder ausschließen möchte sowie mögliche Alternativen. Es regelt zudem, was im eigenen Umfeld zu organisieren ist, etwa Finanzen, Versorgung von Wohnung, Haustieren oder Kindern. Vordrucke für Krisenpass und Vereinbarung gibt es beim Psychiatrie-Verlag.

Patienten­verfügung. Jeder kann fest­legen, welche Behand­lungen er für sich ausschließen und zulassen möchte, falls er nicht einwilligungs­fähig ist, etwa im Zuge einer Psychose oder Demenz. Dazu gehören auch Zwangs­behand­lungen, wenn Gefahr für die eigene Gesundheit droht – nicht aber, wenn andere durch das eigene Verhalten in Gefahr sind.

Vorsorgevoll­macht. Angehörigen oder Freunden kann das Recht über­tragen werden, im Krisen- und Notfall eine Behand­lung zu erlauben oder zu verneinen, wenn jemand nicht entscheiden kann. Ohne eine solche Voll­macht wird dann ein gesetzlicher Betreuer bestellt, der die Entscheidung trifft. Weitere Informationen in unserem Vorsorge-Set.

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