Das Recht auf Einsicht ist eingeschränkt. Grundsätzlich muss der Arzt nur Einblick in objektive Aufzeichnungen ermöglichen ­ also körperliche Befunde, Röntgenbilder oder Berichte über Behandlungsmaßnahmen. Subjektive Bewertungen und persönliche Eindrücke, die in der Akte dokumentiert sind, darf der Arzt Patienten vorenthalten. Auch bei psychischen Erkrankungen gelten Einschränkungen: Ist ein Arzt etwa der Meinung, die Mitteilung einer psychiatrischen Diagnose könne dem Patienten gesundheitlich erheblich schaden, muss er ihm die Unterlagen nicht zeigen.

Das eingeschränkte Einsichtsrecht gilt auch für medizinische Gutachten, etwa zur Feststellung eines Behinderungsgrads durch das Versorgungsamt. Fühlt sich ein Patient durch ein Gutachten ungerecht beurteilt, kann er bei der Behörde Widerspruch gegen den Bescheid einlegen und klagen. In einem solchen Verfahren hat er das Recht, die kompletten medizinischen Aufzeichnungen einzusehen, inklusive bewertender Arztberichte.

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