Pasta aus dem Kühlregal Test

Tortelloni mit Spinat, Raviolini mit Käse oder Maultaschen mit Fleisch: Pasta aus dem Kühlregal ist angesagt. Frisch, einfach und schnell auf dem Tisch. Für Besseresser, sagt die Werbung. So frisch, dass man sie kühlen muss. Lohnt sich der Platz im Kühlschrank? Die Stiftung Warentest hat 30 Pastaprodukte getestet. test.de zeigt die besten Fertignudeln für kleine und große Gourmets.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Nudeln/Pasta

Fastfood mit Klasse

Pasta aus dem Kühlregal ist Fastfood mit Klasse: Schnell zubereitet, appetitlich und gesund. Ob Tortelloni, Cappelletti, Fagottini oder Ravioli: Die gefüllten Teigtaschen italienischer Abstammung sind fix und fertig vorgegart. Unter Vakuum oder Schutzatmosphäre verpackt, bleiben die Nudeln im Kühlschrank frisch. Konservierungsstoffe sind überflüssig. Bei italienischer Pasta steht die Nudel im Vordergrund: Auf 100 Gramm Pasta kommen etwa 30 Gramm Füllung. Anders bei Maultaschen. Hier liegt der Anteil der Füllung bei über 50 Prozent. So oder so: Ein Nudelgericht für zwei Personen kostet etwa 1,30 bis 5,00 Euro. Dazu kommen dann noch Pesto, Soße oder Reibekäse. Im Test überzeugten vor allem italienische Nudelkreationen mit Kräutern, Käse und Spinat.

Vier Mal sehr gut

Vier Pastaprodukte sind sehr gut: zunächst Hilcona Tortelloni mit Ricotta und Spinat sowie Kaisers Tengelmann Tortelloni mit Käse. Beide besonders fettarm, Brennwert: unter 200 Kilokalorien pro 100 Gramm. Etwas reichhaltiger, aber ebenfalls superb, sind die Nudelspezialitäten von Buitoni: Fagottini mit Basilikum und Ricotta sowie Tortelloni mit Ricotta und Spinat. Brennwert: knapp 300 Kilokalorien pro 100 Gramm. Diese Nudeln schmecken mild und aromatisch. Die Füllung ist angenehm weich. Mitunter schmilzt sie sogar zart auf der Zunge. Für alle vier Produkte gilt: Das ist Fertigpasta vom Feinsten.

Mit Fleisch nur gut

Die mit Fleisch gefüllten Nudeln sind nicht ganz so edel. Gute Produkte gibt es aber auch hier. Am besten schmecken die Tortellini von Bürger: aromatisch nach Fleisch und pikant im Nachgeschmack. Auch die Konsistenz der Füllung ist angenehm: nicht zu weich und nicht zu fest. Das ist nicht selbstverständlich. Bei einigen Produkten war die Fleischfüllung zu weich, mitunter sogar klebrig. Die Bürger Tortellini sind hier ohne Tadel. Punktabzug gabs für sie nur in der mikrobiologischen Qualität. In einer Packung fanden die Tester am Ende der Mindesthaltbarkeitsfrist bereits deutlich mehr Keime als in frischer Ware. Alles noch im grünen Bereich – aber doch mehr Keime als üblich.

Drei bis vier Wochen haltbar

Gekühlt hält die frische Pasta für gewöhnlich drei bis vier Wochen. Wird die Kühlkette unterbrochen, verkürzt sich die Haltbarkeit. Nudeln aus der Kühltheke sind keine Konserve. Am besten schmecken sie frisch. Einmal angebrochen, sollte die Packung gleich aufgebraucht werden. Das die Nudeln mit der Zeit nicht besser werden, zeigt das Beispiel Zahner Traiteur. Die Maultaschen waren am Mindesthaltbarkeitsdatum – 16 Tage nach der Herstellung – fast verdorben.

Zahner Maultaschen fast verdorben

Die Lebensmittelchemiker registrierten stark erhöhte Keimzahlen: Milchsäurebakterien, Enterobakterien, Pseudomonaden, Hefen und Schimmelpilze. Nicht unmittelbar gefährlich für die Gesundheit, aber doch wenig appetitlich. test-Urteil: mangelhaft. Merke: Maultaschen enthalten mehr Füllung als Tortellini & Co. Da die Füllung schneller verdirbt, halten sich Maultaschen nicht so lange. Tipp: Genießen Sie die Nudeln möglichst mehrere Tage vor Ablauf der Haltbarkeitsfrist. Am besten schmecken übrigens die Öko-Maultaschen von Rewe: würzig und aromatisch nach Fleisch.

Weichmacher in Settele-Maultaschen

Die Suppenmaultaschen von Settele schmecken dagegen nur befriedigend. Eher nach Lauch und Speck als nach Fleisch. Noch schwerer wiegt das Ergebnis aus dem Labor: Die Chemiker fanden den Weichmacher DEHP. Die Abkürzung steht für Diethylhexylphthalat. Eine Substanz, die auch für Kunststoffverpackungen verwendet wird. Sie kann in Lebensmittel übergehen. Die Maultaschen von Settele enthielten bis zu 3,8 Milligramm DEHP pro Kilogramm Pasta. Das ist recht viel. DEHP ist nicht akut giftig – hat aber im Essen nichts zu suchen. Alle anderen Pasta-Produkte waren hier ohne Tadel.

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