Pass­wort-Manager im Test

Antworten auf die wichtigsten Fragen

249

Manche Menschen haben Bedenken, ihre Login-Daten einem Pass­wort-Manager anzu­vertrauen. Hier einige häufig gestellte Fragen zum Thema – und unsere Antworten darauf.

Pass­wort-Manager im Test Testergebnisse für 16 Pass­wort­manager 7/2022

Inhalt

FAQ: Wir beant­worten die häufigsten Fragen

Wie erstelle ich ein starkes Master-Pass­wort?

Ihr Master-Pass­wort ist wie eine Tresortür: Wer es knackt, kann alles dahinter leerräumen – also all Ihre Pass­wörter stehlen. Es muss daher besonders sicher sein: lang, komplex, möglichst sinn­los und trotzdem leicht zu merken. Wir empfehlen Nonsens-Sätze mit mindestens 20 Zeichen – darunter Buch­staben, Ziffern, Sonderzeichen, Groß- und Klein­schreibung.

Ein Beispiel: „Me1n Manati m@g Mode m*t Musk3ln“.
Je länger Ihr Master-Pass­wort ist, desto eher können Sie etwa auf Sonderzeichen oder Groß­schreibung verzichten. „mein manati mag mode mit muskeln“ wäre immer noch relativ stark.
Je kürzer Ihr Master-Pass­wort ist, desto eher sollten Sie es mit Sonderzeichen, Ziffern und Groß­schreibung absichern. „M@nat1-M0de“ ist besser als „manati-mode“.

Deutsche Sonderzeichen wie Umlaute oder ß stärken tendenziell die Sicherheit, können aber zu Problemen führen, wenn Sie das Master-Pass­wort mal im Ausland auf einem fremden Gerät eingeben müssen.
Tabu bei der Erstellung des Master-Pass­worts sind das eigene Geburts­datum sowie Namen von Familien­mitgliedern oder Haustieren.

Was, wenn ich mein Master-Pass­wort vergesse?

Ohne Master-Pass­wort kommen Sie nicht mehr an die Pass­wörter Ihrer Online­konten heran. Schreiben Sie es für den Notfall auf einen Zettel und verwahren Sie diesen an einem sicheren Ort, etwa im Bank­tresor. Aus Sicher­heits­gründen darf auch der Software-Anbieter Ihr Master-Pass­wort nicht kennen. Manche Dienste ermöglichen Ihnen aber etwa, sich alternativ mit biome­trischen Merkmalen einzuloggen oder über selbst erstellte Hinweise doch noch auf Ihr Master-Pass­wort zu kommen.

Was, wenn mein Handy geklaut wird oder ich keines meiner Geräte dabei habe?

Falls Sie vom Programm generierte Pass­wörter verwenden, werden Sie diese im Normalfall gar nicht im Kopf haben, da sie sehr lang und komplex sind. Ohne Ihr Handy oder Ihren PC, auf dem der Pass­wort-Manager installiert ist, haben Sie dann keinen Zugriff auf Ihre Pass­wörter. Für solche Fälle bieten viele Programme im Test die Option, sich per Master-Pass­wort auf der Anbieter-Website in Ihr Konto einzuloggen, um dort die Kenn­wörter einzusehen.

Ist es nicht gefähr­lich, all meine Pass­wörter an einem Ort zu speichern?

Solange Sie ein starkes Master-Pass­wort verwenden, ist das Risiko sehr gering, dass ein Angreifer Ihren Manager knackt. Sicher­heits­lücken lassen sich zwar nie ganz ausschließen – es ist aber deutlich wahr­scheinlicher, dass ein Hacker Ihre Accounts kapert, wenn Sie selbst­ausgedachte Kenn­wörter nutzen.

Was kann ich noch tun, um meine Konten und Pass­wörter zu schützen?

Geräte sichern

Richten Sie auf all Ihren Rechnern und Handys Zugangs­sperren wie Pass­wörter, Pin-Codes oder Ihren Finger­abdruck ein, damit Ihre Daten bei einem Geräte­diebstahl nicht in Gefahr geraten. Pass­wörter sind oft eine bessere Wahl als Pin-Codes, am sichersten ist aber die Mehrfaktor-Authentifizierung – richten Sie sie am besten auch gleich für Ihren Pass­wort-Manager ein.

E-Mail-Konto schützen

Schützen Sie auch Ihre E-Mail-Konten per Mehr­faktor-Authentifizierung – sonst können Angreifer, die Ihr E-Mail- Pass­wort knacken, viele Konten kapern. Der Grund: Wenn Sie ein Pass­wort zurück­setzen, weil Sie es vergessen haben, erhalten Sie eine E-Mail vom jeweiligen Portal. Kann ein Angreifer in Ihr Post­fach eindringen, hat er Zugriff auf solche Mails und kann Ihre Pass­wörter ändern. Das Kenn­wort für Ihr E-Mail-Konto sollte daher besonders gut gesichert sein.

Ändern ist out

Früher rieten Experten dazu, Pass­wörter regel­mäßig zu ändern. Inzwischen gilt aber der Ratschlag, lieber einmal ein richtig starkes Kenn­wort zu wählen und dabei zu bleiben, solange es nicht gehackt wird.

Hack-Check

Auf Seiten wie haveibeenpwned.com oder sec.hpi.de/ilc können Sie prüfen, ob Ihre Nutzer­konten von Hacks betroffen sind. Falls ja, sollten Sie alle mit dem jeweiligen E-Mail-Konto verbundenen Pass­wörter ändern.

Vorsicht vor Phishing

Öffnen Sie keine Links in Mails von Fremden. Kriminelle versuchen, Sie damit auf gefälschte Seiten zu locken, die aussehen wie bekannte Websites. Dort sollen Sie Ihre Login-Daten eingeben – die Täter greifen sie dann ab. Lesen Sie, wie Sie Phishing-Versuche erkennen.

Achtung bei Browsern

Wenn Sie sich auf Websites anmelden, fragt der Browser oft, ob er Ihre Login-Daten speichern soll. Das ist bequem, aber riskant: Haben Fremde, Kollegen oder Mitbewohner Zugriff auf den Computer, können sie die Pass­wörter mitunter im Klar­text einsehen. Schützen Sie die Kenn­wörter mit einem Master-Pass­wort oder verzichten Sie ganz darauf, Pass­wörter im Browser zu speichern.

In Chrome lässt sich die Funk­tion so deaktivieren: Einstel­lungen > Auto­matisches Ausfüllen > Pass­wörter > Option „Speichern von Pass­wörtern anbieten“ abschalten. Im selben Menü können Sie auch bereits gespeicherte Pass­wörter löschen.

Alte Konten löschen

Falls Sie bestimmte Konten nicht mehr nutzen, sollten Sie sie löschen. Je weniger Online-Accounts Sie haben, desto geringer ist die Gefahr, Opfer von Hacks zu werden. Die Website justdelete.me bietet Hinweise für zahlreiche Internetportale, wie sich dortige Accounts rasch entfernen lassen.

Pass­wort-Manager im Test Testergebnisse für 16 Pass­wort­manager 7/2022

249

Mehr zum Thema

  • Daten­sicherheit 10 Tipps für sicheres Surfen

    - Hacker, Viren, Sicher­heits­lücken – im Internet wimmelt es nur so vor Gefahren. Mit den folgenden 10 Tipps der Stiftung Warentest schützen Sie PC, Smartphone und andere...

  • Antiviren­programme im Test Die Unver­zicht­baren

    - Virens­canner sind unver­zicht­bar: Sie schützen vor Schadsoftware und Phishing. Wir zeigen, welche Antiviren­programme im Test am besten funk­tionieren.

  • Online-Ausweis­funk­tion So nutzen Sie den digitalen Ausweis

    - Dank der Online-Ausweis­funk­tion lassen sich von Kfz-Zulassung bis Bafög-Antrag bereits einige Dinge online erledigen. Das funk­tioniert auch mit dem Smartphone.

249 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

heinerhormes am 05.07.2022 um 23:01 Uhr
KeePass2

Hallo
Vor 2 Jahren bei ihnen ein gutes Programm, jetzt nicht mehr erwähnt.
Ist das getestete KeePassXC der Nachfolger ?....und was bedeutet das schlechte Ergebnis für mich ganz konkret??
Ich war und bin mit dem kostenlosen und geräteübergreifenden KeePass 2 sehr zufrieden.(und ja...ich habe ein sicheres Masterpasswort)
Über eine Klarstellung würde ich mich freuen.
Gruß

Tatze478 am 05.07.2022 um 22:53 Uhr
Passwortmanager wichtiger Antivirusprogramme

Ich vermisse die zum Teil integrierten Passwordmanager der Antivirussoftware , z.B. ESET !!!

karl-willi am 05.07.2022 um 18:41 Uhr
Test Passwortmanager

Ich finde es sehr merkwürdig, dass KeePas (kostenferei) überhaupt nicht erwähnt wird. Wenn ich mich richtig erinnere war diese SW in einem früheren Test dabei.
Ich die SW nach Empfehlung von BSI vor Jahren installiert und bin damit sehr zufrieden, über die Cloud (z. B.GoogleDrive) kann ich über alle Mobilphones unterwegs darauf zugreifen.
MfG
Roland Bach

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.07.2022 um 15:54 Uhr
PDF Testbericht, Betriebssysteme und KeePassXC

@tlueders: Das PDF des Testberichts im Heft-Layout bieten wir oben im Inhaltsverzeichnis zum Download an. Darin schreiben wir: "Bis auf einen funktionieren alle Manager im Test mit Windows, MacOS, Android und iOS. [...] Einzig KeePassXC lässt sich nur über Umwege systemübergreifend nutzen." Und: "Bei den mobilen Betriebssystemen Android und iOS kommt ergänzende Software von Dritten zum Einsatz. Im Test verwendeten wir KeePassDX (Android) und KeePassium (iOS)."

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.07.2022 um 15:36 Uhr
Linux

@testmail: Wir haben die Passwortmanager nicht explizit unter Linux geprüft. Viele der getesteten Produkte bieten jedoch inzwischen native Linuxversionen an oder sind über das Browserplugin auch unter Linux nutzbar - etwa die Testsieger 1Password und Dashlane.