Passivrauchen Meldung

Zigaretten belasten auch Nichtraucher.

Kein Zweifel: Wer andere zwingt, den blauen Dunst einatmen zu müssen, leistet tödlichen Erkrankungen Vorschub. Oft betroffen: Kinder.

Passivraucher sind ähnlich gefährdet wie Raucher. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums DKFZ. Grundlage sind Daten, die das Robert-Koch-Institut im Jahr 1998 an mehr als 7 000 Bundesbürgern im Alter von 18 bis 79 Jahren erhoben hat. Erfasst wurden auch klinische Studien und Übersichtsarbeiten.

Todesfolgen. Danach ist Tabakrauch in Innenräumen „eine Gesundheitsgefährdung mit Todesfolgen“. Insgesamt sterben pro Jahr mehr als 3 300 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens. Das sind mehr Todesfälle als durch illegale Drogen, Asbest, BSE und Sars zusammen. Die Folgeerkrankungen wurden aufgeschlüsselt: Hierzulande sterben etwa 260 Nichtraucher pro Jahr an durch Passivrauchen bedingtem Lungenkrebs. Bei Herzerkrankungen liegt die Zahl der Todesfälle bei etwa 2 140, bei Schlaganfällen bei rund 770 Menschen. Erkrankungen der Atemwege, Augenbrennen, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte kommen hinzu.

Kinder. Besonders gefährdet sind Kinder und Babys. Über 170 000 Neugeborene werden schon im Mutterleib den Schadstoffen des Tabakqualms ausgesetzt. Zwei Drittel aller 6- bis 13-Jährigen leben in einem Haushalt, in dem mindestens eine Person raucht. Das passive Inhalieren kann bei Säuglingen zum plötzlichen Kindstod führen. Etwa 60 Babys sterben jährlich, weil jemand im Haushalt raucht, oder weil während der Schwangerschaft geraucht wurde.

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