Quadrocopter: Flugspaß mit der Drohne

Der Quadrocopter in Aktion.

Er klingt wie ein Staubsauger und sieht aus wie eine Mischung aus Strandbuggy und einem Klonkrieger aus Star Wars: Der Quadrocopter AR.Drone 2.0 ist eine ferngesteuerte Flugdrohne mit hohem Spaßfaktor. Besonders spannend: Die Drohne verfügt über zwei Kameras für Videos aus der Vogelperspektive. test.de zeigt, was die AR-Drone 2.0 alles kann und wie die Luftaufnahmen aussehen.

Flugspaß mit vier Rotoren

Parrot AR.Drone 2.0 Schnelltest

Die zwei Hüllen des Quadrocopters. Eine für drinnen, eine für draußen.

Kommt mit zwei Hüllen. Die Outdoorhülle ist weniger windanfällig, die Indoorhülle schützt die Rotoren bei Kollisionen.

Der Quadrocopter AR.Drone 2.0 ist sicherlich kein Gerät, das man zwingend haben muss. Wer ihn aber hat, hat eine Menge Spaß. Die Flugdrohne mit vier Rotoren kostet 300 Euro. Kein Schnäppchen, aber im Vergleich zu Modellhelikoptern günstig. Die ferngesteuerte Flugdrohne verfügt über vier Rotoren, die einen stabilen Schwebeflug, aber auch schnelles Auf- und Absteigen oder das Drehen um die eigene Achse, ermöglichen. Zwei verschiedene Hüllen sind wahlweise für den Indoor-Flug oder den Einsatz in freier Wildbahn geeignet. Wer sich für Modellflug interessiert, kann den Quadrocopter für erste Flugversuche in Erwägung ziehen. Dank einfacher Steuerung und vielen Automatismen stellen sich auch für blutige Anfänger schnell erste Erfolgserlebnisse ein.

Steuerung über Smartphone oder Tablet

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Die Steuerungs-Oberfläche auf dem iPad.

So sieht die Steuerungsoberfläche auf dem iPad aus. Das Bild der Frontkamera sorgt für Pilotenperspektive.

Piloten steuern den Quadrocopter, anders als beim klassischen Modellflug nicht über eine Fernbedienung, sondern über eine App, die wahlweise auf Android- oder iOS-Smartphones oder Tablets installiert wird. Im Test zeigt sich: Die Steuerung über ein Tablet ist komfortabler, da die einzelnen Bedienelemente auf dem Display großzügiger angeordnet sind. Die Drohne stellt ein eigenes WLan-Netzwerk zur Verfügung, über das sie sich mit dem Steuergerät verbindet. Die Kontrolle funktioniert intuitiv. Zwei verschiedene Modi ermöglichen es, die Flugdrohne über die Neigung von Tablet oder Smartphone zu kontrollieren. Wahlweise ist der Fixpunkt die Drohne selbst oder das Tablet beziehungsweise das Smartphone. Der Unterschied: In einem Fall fliegt die Drohne bei Neigung des Gerätes nach vorne, immer weg vom Nutzer (Fixpunkt Tablet oder Smartphone) im anderen Fall in die Richtung der Kamera (Drohne als Fixpunkt). Ein dritter Steuerungsmodus ist eher für Modellflugerfahrene gedacht. Er simuliert eine klassische Fernsteuerung.

Für Anfänger und Profis

Durch verschiedene Einstellmöglichkeiten kann die AR.Drone 2.0 an das jeweilige Niveau der Nutzer angepasst werden. So kann der Amateurpilot vorab eine maximale Flughöhe bestimmen, aber auch den Neigungswinkel einstellen. Wer bereits Flugerfahrung hat, kann hier sicherlich weiter gehen als Anfänger. Start und Landung erfolgen automatisch. Hat der Pilot auf „Take off“ gedrückt, schwebt der Quadrocopter auf einen Meter Höhe und wartet auf weitere Anweisungen. Die Reichweite liegt bei circa 50 Metern. Überschreitet man dies, bleibt die Drohne in der Luft stehen, bis sie wieder Signale empfangen kann oder geht automatisch in den Landeanflug. Der „Emergeny Button“ bringt die Drohne zum kontrollierten Absturz, falls der Pilot zum Beispiel gegen einen Baum steuert. Sollte doch mal etwas schief gegangen sein, finden sich auf Youtube sehr gut produzierte Reperaturvideos des Anbieters.

Sensoren helfen beim Fliegen

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Die Ultraschall-Sensoren bestimmten die Flughöhe.

Diese beiden Ultraschall-Sensoren messen in niedrigeren Flughöhen den Abstand zum Boden. Später übernehmen die Luftdrucksensoren diese Funktion.

Zahlreiche Sensoren erleichtern das Fliegen. Ein Luftdruckmesser und Ultraschall-Sensoren messen den Abstand zum Boden. Ein Gyrosensor sorgt dafür, dass der Quadrocopter bei Drehungen nicht die Orientierung verliert. Gerade im Vergleich zum Modellhelikopter macht das einen stabilen Schwebeflug sehr viel leichter. Das Bild der Kameras wird auf dem Display des Tablets oder Smartphones übertragen und sorgt für die Pilotenperspektive. Wahlweise können Flieger ihre Manöver auf einem USB-Stick direkt in der Drohne oder auf dem Steuergerät aufzeichnen.

Zwei Kameras als Spielerei

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Die Front-Kamera. Auflösung: 1 280 x 720 Pixel.

Die Front-Kamera hat eine Auflösung von 1 280 x 720 Pixeln. Sie ist nicht schwenk- und neigbar.

Wer nun Angst vor Spionageangriffen der Nachbarn hat, sei beruhigt. Die Kameras sind aus verschiedenen Gründen eher als Spielerei, denn als ernsthafte Foto- oder Videoalternative anzusehen. Die Bodenkamera, die nach unten filmt, ist schlichtweg zu schlecht für ordentliche Bilder. Die Auflösung von 320 x 240 Pixeln reicht nicht. Anders sieht das bei der Frontkamera aus. Sie macht mit einer Auflösung von 1 280 x 720 Pixeln gute Bilder und Videos. Allerdings ist sie weder neig- noch schwenkbar und noch dazu ohne eine Neigung nach unten montiert. Das heißt ab einer Höhe von ein paar Metern, filmen Piloten mit ihr nur noch Baumwipfel oder Himmel, nicht aber den Nachbarn auf der Terrasse. Anbieter Parrot weist die Besitzer der AR.Drone 2.0 übrigens ausdrücklich daraufhin, dass die Drohne nicht zu Spionagezwecken eingesetzt werden darf.

Kurzes Vergnügen

So viel Spaß das Fliegen mit der Drohne auch macht, einen Kritikpunkt haben die Tester. Die Akkulaufzeit liegt je nach Flugweise nur bei 8-12 Minuten. Langstreckenflüge sind also nicht drin. Viel länger halten Akkus bei richtigen Modellfliegern zwar auch nicht durch, ein echtes Manko ist aber die lange Ladedauer. Erst nach 70 bis 90 Minuten sind die Zellen wieder gefüllt. Das geht mit besseren Akkus und einem hochwertigeren Ladegerät schneller. Wer länger fliegen möchte, sollte sich also mehrere Ersatzakkus kaufen. Anbieter Parrot liefert nur einen mit. Erfahrene Modellflieger wissen aber: Nach ungefähr 30 Minuten braucht auch der Pilot eine Pause, denn das Fliegen erfordert eine Menge Konzentration.

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