Park­rempler Meldung

Wer beim Ausparken ein anderes Auto beschädigt, sollte rund 30 Minuten vor Ort warten.

Beim Ausparken das Nach­bar­auto berührt? „Ich habe nichts gemerkt.“ Das ist eine beliebte Ausrede bei Unfall­flucht. Doch damit kommt man nur selten durch. Die Folge: Der eigene Kfz-Haft­pflicht­versicherer muss zwar den Schaden bezahlen, fordert das Geld aber vom Kunden zurück, genannt Regress. Bis zu 5 000 Euro können fällig sein. Hinzu kommt: Die Voll­kasko zahlt nicht, auch der Rechts­schutz­versicherer kann eine Deckungs­zusage verweigern.

Ein Zeuge reicht

Die Chancen, mit „Nichts bemerkt“ durch­zukommen, sind gering. Richter werten dies als Schutz­behauptung. Selbst bei einer kleinen Beule sei der Unfall hörbar. Im Streitfall wird gern ein Gutachter beauftragt oder ein Zeuge reicht. Bei einer Audi-Fahrerin hatte eine Frau, die zehn Meter entfernt stand, den Crash gehört. Die Fahrerin hatte beim Ausparken den Nach­bar-Pkw erwischt und sich beim Nach­sehen gebückt. Dann fuhr sie weg. Ihre Erklärung, sie habe ihr Handy gesucht und es am Boden beim anderen Auto gefunden, glaubte das Gericht nicht: Geld­strafe und zwei Monate Fahr­verbot (Amts­gericht Rheinbach, Az. 15 Ds 121/18).

Fahr­verbot droht

In dem Fall lag der Sach­schaden bei 1 100 Euro. Das ist unter der Grenze zum „bedeutenden Schaden“, bei dem bis zu sechs Monate Fahr­verbot drohen. Einige Gerichte ziehen sie bei 1 300 Euro, andere setzen sie höher an, teils sogar bei 2 500 Euro (Land­gericht Nürn­berg, Az. 5 Qs 73/18).

Park­rempler müssen warten

Wer einen Park­rempler verursacht, muss vor Ort warten. Bei kleinen Schäden finden die Gerichte meist 20 Minuten genug. Mit 30 Minuten ist man auf der sicheren Seite. Nachts, bei üblem Wetter und wenig Verkehr reichen ein paar Minuten.

Beim Geschädigten melden

Wer danach wegfährt, muss sich unver­züglich beim Geschädigten melden. Seine Anschrift gibt es bei der Zulassungs­stelle. Es hilft nicht, einen Zettel mit Adresse an die Scheibe zu klemmen. Den kann der Wind wegwehen. Und behaupten kann das jeder.

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