Trotz des Schilds „Hier gilt die Straßenverkehrs­ordnung (StVO)“ greift auf Park­plätzen und in Park­häusern nicht auto­matisch die Rechts-vor-Links-Vorfahrt. Vielmehr gilt Paragraf 1 StVO: die Pflicht zur gegen­seitigen Rück­sicht­nahme. Das heißt: Auf Verkehrs­flächen, die der Suche nach einem freien Platz oder dem Einparken dienen, muss jeder Auto­fahrer damit rechnen, dass andere sich nicht umsichtig genug verhalten, dass zum Beispiel jemand in die Quere kommt, ihn über­sieht oder dass sich plötzlich eine Auto­tür öffnet. Bei Unfällen erhalten oft beide Beteiligte zur Hälfte Schuld. Anders ist das bei Flächen, die eindeutig straßen­ähnlich sind. Gibt es etwa Rand­steine oder Fahr­bahnmarkierungen, wie oft bei Ein- und Ausfahrten zum Park­platz, gilt Rechts vor Links. Deshalb gab das Kammerge­richt Berlin einem Fahrer eine 80-prozentige Teilschuld, der vor der Ausfahrt-Schranke mit einem Pkw von rechts kollidierte (Az. 25 U 159/17).

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