Parfum Special

Glänzende Aussicht. Fans des Dufts Omnia Indian Garnet können kräftig sparen.

Als Geschenk ist Parfum heiß begehrt. Mit der richtigen Recherche lassen sich beim Kauf bis zu 40 Prozent sparen. Doch welcher Duft passt zu wem?

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Größte Ersparnis. Der Preis des Herrendufts Joop Homme schwankte um 40 Prozent.

Größte Ersparnis. Der Preis des Herrendufts Joop Homme schwankte um 40 Prozent.

Bauchiger Flakon, gold­glänzende Flüssig­keit – ein edles Parfum kann jeden Gabentisch bereichern. Wer clever recherchiert, kann sogar bares Geld sparen: 25 Euro zum Beispiel beim Kauf des Eau de Toilette Omnia Indian Garnet von Bvlgari oder fast 20 Euro beim Herrenduft Homme von Joop.

Wir haben die Preise von drei Onlineplatt­formen stationärer Parfümerien, eines Duty-free-Anbieters, von drei Online­shops, den Kauf­häusern Karstadt und Galeria Kauf­hof für beliebte Herren- und Damen­düfte verglichen. Die Stich­probe offen­barte ein Spar­potenzial von bis zu 40 Prozent.

Kaum Schnäpp­chen im Duty-free-Shop

Steht fest, welcher Duft es sein soll, muss der Käufer für den besten Preis oft nicht einmal das Haus verlassen. Die meisten Spar­möglich­keiten boten bei unserer Recherche Online­shops. Verdeutlicht wird das Ergebnis in den Preis­vergleichs­tabellen Eaux de Toilette für Damen und Eaux de Toilette für Herren sowie in Onlineshops bieten Top-Ergebnisse. Bei Parfümerien und Kauf­häusern fanden wir nur vereinzelt Schnäpp­chen. Auch im Duty-free-Shop entdeckten wir kaum Spar­möglich­keiten.Wer noch nicht sicher ist, welcher Duft am besten zum Liebsten, zur besten Freundin oder zur Schwiegermutter passen könnte, sollte zunächst zur Riechrecherche aufbrechen.

Vorsicht beim Duft Verflossener

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Duftet seit 1921. Chanel No 5 gilt als das erfolg­reichste Damen­parfum aller Zeiten.

Rund 3 000 Duft­stoffe stehen einem Parfümeur zur Verfügung, ein Parfum kann mehrere hundert enthalten. Jeder einge­atmete Duft gelangt auf direktem Weg ins menschliche Emotions­zentrum, das limbische System. „Gekoppelt an bestimmte Gefühle wird der Duft im Lang­zeitgedächt­nis gespeichert“, erklärt der Psycho­loge Joachim Mensing, der die Beziehung von Duft und Persönlich­keit untersucht. So denken viele beispiels­weise beim Duft von Lavendel an ihre Groß­mutter oder bei Zitrone an glänzende Fußböden.

Tipp: Finden Sie heraus, welche Abneigungen die Person hat, die Sie beschenken wollen. Erinnert ein Duft etwa an eine verflossene Liebschaft, kann auch das schönste Parfum ein Fehl­griff sein. Hilf­reich: Welches Parfum trägt sie oder er aktuell? Die Duftfamilie – etwa orienta­lisch, fruchtig oder blumig – kann ein erster Hinweis in die richtige Richtung sein. Bei Online­angeboten ist die Duftfamilie meist aufgeführt, im Fach­geschäft hilft der Verkäufer.

Hirn­forschung zeigt Geruchs­vorlieben

Düfte können Begehren wecken, andere flößen Respekt ein. „Mithilfe der sogenannten funk­tionellen Magnetresonanztomografie, einem Instru­ment aus der Hirn­forschung, lässt sich mitt­lerweile sogar bestimmen, welche Düfte welche Gefühls­areale im limbischen System berühren“, sagt Mensing. Beispiels­weise seien Parfums aus der weiblichen Duftfamilie „Chypre“, in denen Patschuli oft eine Rolle spielt, bei Vorstellungs­gesprächen beliebt. „Sie lassen die Trägerin leistungs­orientiert und kompetent wirken“, so Psycho­loge Mensing. Parfums, in denen weißer Moschus dominiert, erreichten laut seiner Erfahrung das Gegen­teil. In Damen­düften lassen sie die Besprühte rein und zärtlich erscheinen, wecken Beschützer­instinkte.

Tipp: Über­legen Sie, zu welchem Anlass die Beschenkten den Duft tragen könnten. Für den Joball­tag empfehlen Experten oft frische Parfums mit Duftnoten wie Ozea­nisches Aqua oder Bergamotte.

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Deutsche duften fruchtig

Auf dem deutschen Markt dominieren fruchtige Düfte. „Sie vermitteln Spaß, Lust und Spontanität“, meint Mensing. Nicht immer muss die Duftfamilie zum optischen Eindruck des Parfum­trägers passen. Eine sport­liche Frau kann sinn­lich-orienta­lische Düfte, ein maskuliner Mann auch süß-blumige Noten bevor­zugen, wenn es zu ihrem Wesen passt. „Parfums können uns subtil unserem Ideal­selbst näher­bringen, der Person, die man gern sein möchte“, erklärt der Duft­psychologe.

Tipp: Achten Sie nicht nur auf Aussehen und Kleidungs­stil Ihrer Lieben. Was passt zu ihrem Charakter? Frauen sind experimentierfreudiger bei Düften, aber auch bei Männern muss es nicht immer nur frisch und sport­lich riechen. Wichtig: Das Parfum sollte nicht nur beim ersten Eindruck, sondern auch noch nach Stunden gefallen.

Die Basisnote wird zum Begleiter

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Richtig riechen. Erst auf der Haut entfalten sich nach und nach alle Noten eines Parfums.

Wie aber kann man Parfum als Ganzes wahr­nehmen? Beim ersten Schnuppern am Flakon ist die Kopf­note zu riechen. Sie ist oft zitrisch-frisch und verfliegt schnell. Erst aufgesprüht oder aufgetragen entfaltet sich die Herz­note. Der Test funk­tioniert auf einem Papp­streifen, auf der Haut riecht der Duft aber intensiver. Je nach Duftfamilie finden sich in der Herz­note Blumen-, Gewürz- oder Frucht­noten. Die Basis- oder Fondnote dominieren lang­haftende holzige oder pudrige Düfte wie Vanille. Sie zeigt sich erst, nachdem das Parfum eine Weile auf der Haut ist.

Tipp: Auf ihren Internet­seiten verraten fast alle Anbieter die dominanten Bestand­teile ihrer Düfte. Das Parfum-Forum schlüsselt viele Düfte nach Kopf-, Herz- und Basisnote auf www.parfumo.de.

„Ebenso wichtig wie die Vorlieben ist der Haut­typ“, sagt Alexandra Kalle. Sie leitet die Duft­entwick­lung beim Parfum­hersteller Mäurer und Wirtz. Bis zu 80 verschiedene Düfte schnuppert die gelernte Parfümeurin täglich – dafür müssen auch mal Armbeugen und Hand­gelenke der Kollegen herhalten. „Wie ein Parfum an jemandem riecht, verändert sich je nach Beschaffenheit des Säure­schutz­mantels der Haut, abhängig davon, wie sich jemand ernährt und ob er raucht“, so Kalle.

Tipp: Wer ein Parfum verschenken möchte, aber unsicher ist welches, nimmt beim Kauf zusätzlich ein Pröbchen des Duftes mit und den Kassenbon. So kann der oder die Beschenkte das Parfum auf der Haut Probe tragen. Original­verpackt kann es bei Nicht­gefallen meist binnen zwei Wochen umge­tauscht werden.

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