Viele erliegen der Faszination der kleinen Computer. Von 14 getesteten Modellen machen aber nur 6 ihre Sache wirklich gut.

Kleine Taschencomputer versprechen als elektronisches Gedächtnis Hilfe im Alltag. Wer sich eine solche Gedächtnisstütze kaufen möchte, steht erst einmal vor einem Problem: Soll es ein Palm-OS-Gerät sein oder ein Modell mit dem Betriebssystem Pocket PC von Microsoft? Denn in diese beiden Gruppen teilt sich der Markt der persönlichen digitalen Assistenten (Personal Digital Assistant, PDA) hauptsächlich auf. Im Test traten sechs Geräte mit Pocket PC gegen sieben mit Palm OS an.

Besser Palm OS oder Pocket PC?

Dabei landeten die Pocket-PC-Modelle die meisten Treffer: Fünf dieser sechs Geräte waren „gut“. Das schaffte nur ein Modell mit Palm OS, der Sony Clié PEG-NR70V. Alle anderen wurden mit „befriedigend“ und sogar einem „Ausreichend“ auf die Plätze verwiesen. Auch das einzige Linux-Gerät im Test, der Sharp Zaurus SL-5500G, kam über ein „Befriedigend“ im Gesamturteil nicht hinaus.

Das Betriebssystem von Palm ist der Urvater der handtellergroßen Computer. Die Auswahl an Software ist riesig und kann aus dem Internet heruntergeladen werden. Dafür hat das Betriebssystem von Microsoft bei der Grundausstattung die Nase vorn. Diese PDAs bringen alle wichtigen Anwendungen mit, zum Beispiel abgespeckte Versionen von Word und Excel. Farbdisplays und Multimediafunktionen wie MP3 und Picture Viewer haben sie in der Regel auch. Und mit der an Windows orientierten Benutzeroberfläche kommen auch Einsteiger schnell klar. Dafür kosten die Pocket PCs mehr als die Palm-Modelle und verbrauchen meist auch mehr Energie.

Schrift ist nicht gleich Schrift

Bei allen getesteten Organizern kann der Anwender mit einem Stift direkt auf der Displayoberfläche des PDAs schreiben. Bei Palm muss er jedoch erst die Graffiti-Schrift lernen. Mit einiger Übung hat er den Bogen schnell raus. Doch bei den Pocket PCs geht es einfacher. Mit dem Programm Transcriber kann der Nutzer bei seiner gewohnten Handschrift bleiben, das Programm wandelt die Schrift auf dem Bildschirm um. Übung ist aber auch hier erforderlich. Schreibt man zu undeutlich, kann aus einem „Hallo“ ein „Maffo“ werden. Trotzdem ist diese Art der Notizeingabe leicht und angenehm.

Wer längere Texte eingeben muss, sollte sich eine Tastatur anschaffen. Die gibt es für fast jeden Palmtop. Allerdings sind die Preise hoch: Für Palm kostet eine Klapptastatur von Logitech etwa 130 Euro, eine Folientastatur sogar 150 Euro. Die Falttastatur für einen iPAQ bekommt man bei Compaq für gut 133 Euro und eine Micro-Tastatur für rund 70 Euro.

Bis auf zwei alle in Farbe

Abgesehen von zwei der getesteten PDAs verfügen alle anderen über Farbdisplays. Der Sony Clié PEG-SL 10 und der Palm Zire schmücken sich kühn mit einem Graustufenmonitor.

Obwohl der Trend zu den Farbdisplays geht, hängt es ganz von den Bedürfnissen ab, ob ein Graustufendisplay nicht doch reicht. Denn die sind viel preiswerter als Farbdisplays. Wer nur Termine, Adressen oder Aufgaben verwaltet, der kommt mit einem Graustufendisplay klar. Bei längeren Texten empfiehlt sich aber ein augenfreundlicheres Farbdisplay. Auch für die Darstellung von Fotos und Bildern eignet sich ein Farbdisplay besser. Das beste Farbbild im Test zeigte übrigens der Compaq iPAQ H 3970.

Als einziger Organizer im Testfeld hat der Sony Clié PEG-NR70V eine integrierte Digitalkamera. Damit lassen sich auch unterwegs schnell mal Fotos schießen. Der Touchscreen des NR70V hat eine Auflösung von 480 x 320 Pixel. Die restlichen drei Sony Cliés im Test folgen mit 320 x 320 Pixel. Damit glänzen sie unter den gestesteten Palm-OS-Geräten mit der höchsten Bildschirmauflösung. Die Software Palm OS selbst kennt nur 160 x 160 Pixel. Sony hat die Auflösung seiner Geräte ganz deutlich verbessert. Microsoft gab seinen Pocket PCs immerhin 320 x 240 Pixel mit auf den Weg.

Um Bilder und Daten vom PDA auf den PC und umgekehrt zu übertragen, haben alle Geräte im Test bis auf den Palm Zire ein Kabel mit USB-Stecker.

Das klingt in den Ohren

Die meisten Palmtops können inzwischen MP3-Songs abspielen. Doch für einen längeren Musikgenuss reicht der Speicher noch lange nicht aus. Zwar haben einige der getesteten Pocket PCs 64 Megabyte, davon stehen aber nur 50 Megabyte zur Verfügung. Das bedeutet dann oft nur 50 Minuten Musik. Wer mehr will, kann noch Speicherkarten dazukaufen. Bei Sony braucht der Musikliebhaber aber auf jeden Fall einen weißen Memory Stick. Den muss sich der Musikliebhaber aber erst einmal dazu kaufen.

Tipp: Wer nur Termine, Notizen und Adressen aufschreiben will, sollte sich das Geld für einen PDA sparen und besser beim Taschenkalender bleiben. Wer auf die Multimediazugaben nicht verzichten will, sollte das Geld ausgeben.

In puncto Multimedia müssen aber alle Hersteller noch etwas aufholen, denn: PDAs können von allem ein bisschen, aber nichts optimal. Die Grundfunktionen sowie den Abgleich mit dem PC beherrschen die meisten gut. Doch bei allen Kommunikationsanwendungen und Spielen kann und sollte mit weiterer Software nachgebessert werden.

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