Paketdienste liefern schnell und holen das Paket bequem von zu Hause ab. Doch nicht immer klappt alles reibungslos. Nur Hermes und dercourier machen es „gut“.

Kindern bringt der Weihnachtsmann die Geschenke zum Fest. Doch wer transportiert die Pakete in der übrigen Zeit? Paket- oder Kurierdienste bieten Hilfe. Keine Schlepperei. Keine Warteschlangen am Postschalter. Ein Auftrag per Telefon oder Internet, und die Pakete werden abgeholt. Spätestens nach zwei Tagen sind sie am Ziel. Hat der Weihnachtsmann tatsächlich Konkurrenz be­kom­men?

Wir haben über 70 Pakete mit gleichem Gewicht und Format auf die Reise geschickt. Drei Paketdienste wurden per Telefon beauftragt, vier Kuriere per Internet. Mit dem Weihnachtsmann kann es allerdings kein Dienst aufnehmen. Beim Service gibt es noch einiges zu tun. Mal wurden Termine nicht verlässlich eingehalten, oft ließen Infos zu wünschen übrig und vier Anbieter verlangten unterschiedliche Preise für die gleichen Pakete im Standardversand.

Die Guten sind billig

Die große Preisspanne der Versanddienste hat uns ohnehin überrascht. Am Postschalter zahlten wir 6,70 Euro für ein Paket. Dieser Service der Deutschen Post taucht aber nicht in der Testtabelle auf, weil wir nur Dienste untersucht haben, die Sendungen von Privatpersonen abholen. Kaum teurer als der Versand mit der Deutschen Post, der den Gang zum Schalter voraussetzt, ist dercourier. Er ist der billigste Kurier im Test und holt für 6,90 Euro das Paket von zu Hause ab. Lieferqualität und Service sind „gut“, ebenso das test-Qualitätsurteil. Den Versandauftrag er­teilt der Kunde bequem per Internet. Bei den telefonisch beauftragten Paketdiensten ist Hermes mit einem verlässli­chen Preis von 11,90 Euro zugleich billigster und bester.

Nicht nur dercourier und Hermes haben stabile Preise, sondern auch eparcel. Bei allen anderen treten teils erhebliche Preisschwankungen auf. So nahm DWK für das gleiche Paket zwischen 13,58 Euro und 45,80 Euro. Auch UPS und iloxx riefen verschiedene Preise für den Versand auf.

Das Deutsche-Post-Unternehmen DHL kass­ierte im Durchschnitt 49 Euro für die Abholung. Dreimal berechnete es den stolzen Preis von 58 Euro. Billiger als in unserem Test geht es bei DHL mit einem Auftrag via Internet: als ePaket für zehn Euro. Das haben wir dreimal ausprobiert. Problem: Über präzise Abholzeiten und Liefertermine war vorab weder etwas zu erfahren noch zu vereinbaren.

Die zweite günstigere Alternative bei DHL sind Freeway-Paketmarken. Sie sind aber nicht für einen einzelnen Auftrag erhältlich. Wer DHL telefonisch beauftragt, nur ein einziges Paket abzuholen, kommt um den hohen Preis also nicht herum.

Geduldig auf die Abholung warten

Die anderen Versender im Test waren meist preiswerter als DHL. Alle aber haben einen Haken: Sie erwarten von ihren privaten Kunden, dass sie bis zu einem Tag für Abholung und Zustellung einplanen. Genauere Zeiten können mit fast allen Anbietern vereinbart werden – meist aber gegen Aufpreis. Doch mit etwas Glück muss der Kunde trotzdem nicht lange auf Abholung oder Lieferung warten. Mit wenig Wartezeit holten DHL, DWK und Hermes unsere Pakete ab. DWK und Hermes stellten sie auch zeitig zu.

Auf iloxx aber mussten die Tester bei der Abholung oft lange warten. Der ebay-Servicepartner kam häufig erst am zweiten der beiden angekündigten Abholtage. Einmal ließ er sogar vergeblich auf sich warten, genauso wie eparcel. Selbst als die Testkunden zweimal mahnten, führte das nicht zum Erfolg. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als die Pakete selbst zu einer Paketannahmestelle zu bringen.

Auch DHL ließ uns gleich zweimal am vereinbarten Abholtag sitzen. Auf telefonische Nachfrage des Testers hieß es in einem Fall: Das Paket sei unterwegs zum Empfänger. Der Anrufer staunte nicht schlecht, stand das Paket doch noch immer unberührt neben ihm.

Spätestens nach zwei Tagen geliefert

Nur Hermes holte das Paket immer am verabredeten Tag ab und hielt auch alle versprochenen Liefertermine ein: Kosten- und Termintreue „sehr gut“. Allerdings braucht Hermes für die Lieferung stets zwei Werktage. Andere schaffen das auch an einem Tag.

Zu Bruch ging allerdings bei fast jedem Versanddienst einmal etwas, bei iloxx gleich zweimal – wir hatten unter anderem Teller und Gläser verpackt. Nur bei DHL hat nichts gescheppert.

Wer Wertvolles verschicken will, sollte die Beförderungsbedingungen der Anbieter kennen. Alle schließen den Versand von Geld und verderblichen Waren aus. UPS transportiert zum Beispiel auch keinen Alkohol. Wir haben die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) unter die Lupe genommen. Manche Versender ver­su­chen, die Haftung für Schaden oder Verlust widerrechtlich zu begrenzen.

Bei UPS häufen sich diese Verstöße gegen das AGB-Recht, aber auch bei iloxx, eparcel und DHL fiel die Anzahl der Mängel auf. Das gab Minuspunkte beim Prüfkriterium Informationen. Preise, Termine, Auftragsnummer, Zahlungsweise – mit Ausnahme der beiden „guten“ Versender erfuhren die Testkunden einiges gar nicht oder nur auf Nachfrage. Hier ahmen die modernen Dienstleister wohl den Weihnachtsmann nach. Der hält seit eh und je geheim, wie die Geschenke unter den Baum kommen.

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