Pakete zu Weih­nachten Pünkt­lich unter dem Baum

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Pakete zu Weih­nachten - Pünkt­lich unter dem Baum
© Fotolia / Kurhan

Kurz vor Weih­nachten wird es tra­d­itionell eng: Auf dem Weihnachts­markt, in Kauf­häusern und bei Paket­diensten. Ob Digitalkamera, Schmöker oder Weihnachts­plätz­chen – jeder will noch pünkt­lich zum Fest seine Geschenke in die Welt verschi­cken. test.de gibt Tipps, wie die Geschenke günstig, wohl­behalten und pünkt­lich unter dem Baum landen.*

Inhalt

Geschenke besser als Paket schi­cken

Bei den großen Paket­diensten sind Pakete im Gegen­satz zu Päck­chen in der Regel mit mindestens 500 Euro versichert (siehe Tabelle). Für wert­vollere Sendungen wie zum Beispiel Schmuck gibt es die Möglich­keit des Wert­versandes. Diesen führen spezialisierte Anbieter durch. Die meisten großen Paket­dienste schließen Wert­gegen­stände nämlich vom Versand aus – somit sind letztere im Zweifel auch nicht versichert.

Versand im Inland

Die Anbieter kalkulieren ihre Preise unterschiedlich – die Post staffelt nach Gewicht, DPD, GLS und Hermes nach Volumen (allerdings mit Gewichts­ober­grenze). Beim Markt­führer Deutsche Post / DHL kostet ein Zwei-Kilo-Stan­dard-Paket mit den Maßen 60 x 30 x 15 Zenti­meter 4,99 Euro. Zahlt der Kunde einen Euro mehr, darf das Paket bis zu 5 Kilogramm wiegen und 120 x 60 x 60 Zenti­meter groß sein. Über DPD oder GLS können Geschenke für knapp 4 Euro verschickt werden, wenn längste und kürzeste Seite des Pakets zusammen maximal 35 Zenti­meter betragen und der Paket­schein online erstellt wurde. Kleine, aber schwere Pakete sind also bei diesen beiden Post-Konkurrenten billiger.

So kommt Ihr Paket recht­zeitig an: Die Liefer­zeiten betragen inner­halb Deutsch­lands in der Regel ein bis zwei Werk­tage. Gerade vor Weih­nachten kann es aber länger dauern. Die Paket­dienste geben daher Empfehlungen, wann ein Paket spätestens abge­geben werden sollte:

  • Deutsche Post / DHL: Dienstag, 22. Dezember, 18 Uhr.
  • DPD: Dienstag, 22. Dezember, 12 Uhr.
  • GLS: Montag, 21. Dezember.
  • Hermes: Dienstag, 22. Dezember, 12 Uhr.
  • UPS: Dienstag, 22. Dezember, 18 Uhr.

Versand inner­halb Europas

DPD stellt Weihnachts­pakete in einzelne europäische Länder schon ab 12 Euro zu. In der Post­filiale kosten Pakete bis fünf Kilogramm 16,99 Euro, bei Online-Frankierung reduziert sich der Preis um einen Euro. Wiegt das Paket bis zwei Kilo und hat die Maße 60 x 30 x 15 Zenti­meter, kostet es bloß 13,99 Euro – diese Variante ist allerdings nur bei Online-Frankierung verfügbar. Für Pakete inner­halb der EU gilt: Es hängt vom Land ab, welcher Paket­dienst der billigste ist. Bei Deutsche Post / DHL und Hermes gelten für alle EU-Länder die gleichen Preise (Ausnahmen: assoziierte Gebiete wie Grön­land, Färöer oder die Kanal­inseln).

So kommt Ihr Paket recht­zeitig an: Die Versand­zeiten variieren stark. In der Regel ist die Sendung zwischen drei und elf Werk­tage unterwegs, vor Weih­nachten länger. Die Empfehlungen der Paket­dienste für die späteste Paket­aufgabe:

  • Deutsche Post / DHL: 
    Nach­barländer: Freitag, 18. Dezember;
    Sons­tige europäische Länder: Donners­tag, 17. Dezember;
  • DPD: 17.-21. Dezember, je nach Land
  • GLS:
    Angrenzende Länder: Freitag, 18. Dezember
    Weiter entfernte Länder: Donners­tag, 17. Dezember
  • Hermes: Dienstag, 15. Dezember
  • UPS: Freitag, 18. Dezember

Welt­weit verschi­cken

Der Versand in ferne Länder dauert lange: Die Frist, für die DHL eine pünkt­liche Lieferung mit Stan­dard­versand zusichert, ist bereits am 2. Dezember abge­laufen. Wer sein Paket jetzt erst losschickt, muss den Premium-Zuschlag bezahlen. Ein fünf Kilogramm schweres Paket in die USA kostet dann 52 Euro (mit Online-Frankierung 51 Euro); der späteste Versand­termin mit Premium-Zuschlag ist der 11. Dezember. Mit UPS kommt ein Fünf-Kilo-Paket in die USA sogar noch recht­zeitig an, wenn es am 18. Dezember bis 16 Uhr abhol­fertig ist. Dieser Service hat mit rund 200 Euro allerdings auch seinen Preis.

Paket­shops und Filialen

Rund 14 000 Hermes-Paket­shops verteilen sich über die Bundes­republik. Sie sind unter anderem in Kiosken, Getränke- oder Drogeriemärkten zu finden. Bei DPD nehmen rund 6 000 Läden Sendungen an, bei GLS gibt es zirka 5 000 Paket­shops. Auch die Deutsche Post / DHL setzt mitt­lerweile auf die Annahme­stellen in Kiosken und Supermärkten. Rechnet man die Post­filialen hinzu, können bei insgesamt 29 000 Stellen Pakete aufgegeben werden. Bequemer, aber teurer: Der Paket­dienst holt die Geschenksendung von zuhause ab. Für diesen Service verlangen die Unternehmen einen Aufpreis, der je nach Anbieter und Paketgröße in der Regel zwischen 3 und 6 Euro liegt.

Bis wann kommen online bestellte Geschenke noch an?

Wer seine Geschenke online bestellt, kann dies – zumindest bei den großen Versandhänd­lern – auch noch kurz­fristig erledigen. Beispielhaft nennen wir die „Deadlines“ einiger wichtiger Online­shops:

  • Bei Amazon sollte die Bestellung bis zum 21. Dezember 23.59 Uhr einge­gangen sein – wählen Sie Premium­versand, haben Sie bis zum 23. Dezember um 12.00 Uhr Zeit, mit Morning-Express sogar bis 15.00 Uhr. In einzelnen Metro­polen ist es sogar möglich, noch am 24. Dezember bis 6.00 Uhr zu bestellen. Wer später bestellt, muss aber mit Extra­kosten rechnen. Details finden Sie auf der entsprechenden Amazon-Hilfeseite.
  • Otto versichert, dass Kunden noch bis zum 23. Dezember um 13.00 Uhr bestellen können, damit das Geschenk noch unter dem Weihnachts­baum liegt. Voraus­setzung ist, dass die Artikel vorrätig sind. Einzel­heiten zum Versand siehe Otto-Serviceseiten.
  • Wer bis zum 21.12.2015 bei Tchibo bestellt, wird laut Website bis Heilig­abend beliefert.

Wie gut funk­tioniert die Belieferung?

Im vergangenen Jahr hat die Stiftung Warentest Paketdienste getestet. Ergebnis: Nach ein bis zwei Tagen waren Pakete in Deutsch­land meist am Ziel. Zerbrech­liches war nicht bei jedem Versender gut aufgehoben. Im Test ging bei DPD in jeder dritten Sendung etwas zu Bruch. Bei der Unter­suchung von Arbeits­bedingungen und Umwelt­schutz der fünf großen Paket­dienste DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS zeigte sich: Die Mitarbeiter gingen oft an ihre Grenzen – und das für meist sehr wenig Geld. Doch es gibt auch Licht­blicke.

Tipp: Aktuelle Preis­über­sichten der wichtigsten Anbieter finden Sie hier:

Neues Beschwerdeportal paket-aerger.de

Paket beschädigt oder ewig unterwegs? Benach­richtigung im Brief­kasten, obwohl der Empfänger den ganzen Tag zu Hause war? Mit dem neuen Beschwerdeportal paket-aerger.de bieten die Verbraucherzentralen Nord­rhein-West­falen und Thüringen jetzt eine Platt­form, um Pannen bei Paket­dienst­leistungen abzu­laden. Die Verbraucherschützer geben den betroffenen Anbietern auch die Möglich­keit zur Stellung­nahme. Das Projekt paket-aerger.de wird durch das Bundes­ministerium der Justiz und für Verbraucher­schutz finanziell gefördert.

* Diese Meldung erschien erst­mals am 3. Dezember 2013 auf test.de. Sie wird alle Jahre wieder zur Weihnachts­zeit aktualisiert, letzt­mals am 8. Dezember 2015.

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siriustag21 am 26.04.2018 um 09:55 Uhr
Achtung Warensendung

Ich hatte über die Amazonplattform ein kleines Ersatzteil bestellt. Die Versendung erfolgte nicht über Amazon, sondern vom Verkäufer über DHL. Nach 7 Tagen war das Teil immer noch nicht angekommen.
Der Verkäufer hatte - um Porto zu sparen - das Ersatzteil nicht als Paket oder Päckchen versendet, sondern als Warensendung. Was ich nicht wusste, Warensendungen werden bei DHL nachrangig behandelt. Die Folge ist, dass die Ware nicht 2-3 Tage Laufzeit hat wie Pakete, sondern bis zu 14 Tage dauern kann. Möchte man eine Ware schnell (in 2-3 Tagen) haben, dann sollte man nicht bei einem Händler bestellen, der bei Versandart "Warensendung" angibt.

vier56 am 09.12.2015 um 00:05 Uhr
DHL Versicherung - zum Lachen! (oder Weinen)

Die DHL-Versicherung ist Augenwischerei. Man muss Monate auf Antwort warten, weil die Post immer noch irgendwas zu prüfen hat, indem sie inständig hofft, dass der Kunde es inzwischen vergisst. Pakete nach China verschwinden ab der Grenze aus der Nachverfolgung, landen aber schon auch mal in Moskau und bleiben dort liegen, und die Post prüft und prüft und prüft ...
Gerade beim Versand in Länder mit zweifelhaftem postalischen Ruf ist Versicherung ja wichtig. Da kommen Sachen vor wie ein Paket, das ich meiner Tochter vor einigen Jahren nach Kamerun geschickt hatte. Als sie es nach drei Wochen endlich bekam, hatten die Ratten sich drüber hergemacht, offensichtlich Leseratten, denn auch ein Buch war angefressen. DHL hat eine Bestätigung der Poststelle auf einem bestimmten Formular verlangt. In Kamerun gibt es solche aber nicht. Die Postfrau weigerte sich, etwas ohne Formular zu bescheinigen. Auf den Schadenersatz warte ich heute noch.
Ich könnte ein DHL-Erlebnis-Buch schreiben.

vier56 am 08.12.2015 um 23:51 Uhr
Schneller und günstiger ins Ausland

Mich wundert, dass Sie nicht auf die für kleine Sendung preisgünstigere Möglichkeit des Briefversands mit Einschreiben hinweisen. Das ist wesentlich preisgünstiger als DHL und schneller.
Ich muss öfters Sendungen nach China, Österreich und Frankreich schicken. Bis 500 g kostet es 5,60 EUR, bis 1000 g 9,15 EUR. Bis zu 2 kg kostet das EU-Päckchen mit Versicherung 10,99 EUR, weltweit 18,99 EUR, das ist gegenüber dem Einschreibebrief zwischen 1 und 2 kg günstiger. Meistens verteile ich aber Sendungen nach CHina auf zwei Einschreibebriefe (18,30 EUR) und komme damit am günstigsten weg. Anders als im Inland darf der Maxi-"Brief" ins Ausland wirklich maxi sein, nämlich alle drei Seiten zusammengerechnet 90 cm. Da passt ordentlich was rein!

skinnie am 29.11.2014 um 10:45 Uhr
Webseiten verglichen?

Offensichtlich wurden gerade einmal die Angaben auf den Webseiten der einzelnen Unternehmen verglichen. Zumindest hier in HAL sind sowohl DHL, wie Hermes zumindest bei der Zustellung eine Katastrophe.
Na ja, Hauptsache es ist billig. So wie die Preise, so auch die Leistungen: Billig.