Paketdienste Meldung

Paketdienste müssen in Zukunft stärker für die ihnen anvertrauten Sendungen haften. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die in den Beförderungsbedingungen des United Parcel Service (UPS) festge­legte Haftungsobergrenze von 500 Mark (256 Euro) für unwirksam erklärt, wenn der Paketdienst grob fahrlässig handelt (Az. I ZR 158/99).

Das Gericht warf UPS vor, an zentralen Verteilerstellen der Sendungen den Ein- und Ausgang nicht hinreichend geprüft zu haben. Mit dem Urteil gab der BGH einer Versicherung recht, die von UPS in 30 Fällen insgesamt 140 000 Mark (71 500 Euro) Schadenersatz forderte. Der BGH sieht jedoch eine gewisse Mitschuld der Versender, wenn sie den Wert der Sendungen zu niedrig angeben. Korrekte Wertangaben hätten UPS möglicherweise zu größerer Sorgfaltspflicht angespornt. Es ist fraglich, ob die Versicherung den vollen Schadenersatz in einem neuen Prozess zugesprochen bekommt.

test hat mit einem elektronischen Messgerät bei sieben Paketdiensten den Umgang mit Transportgütern getestet. Die Qualitätsurteile reichten von „sehr gut“ bis „ausreichend“ (test 12/01).

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