Paket­dienste Test

100 Pakete quer durch die Republik geschickt – mehr als 40 Prozent kamen beschädigt an. Bei DPD und GLS sogar noch mehr.

„Unglaublich harte Knochen­arbeit“, so beschreibt ein ehemaliger Paket­zusteller seinen Job. Die Fahrer haben nach seiner Erfahrung kaum Zeit, die Pakete sorg­sam zu behandeln und bei jedem Kunden zu klingeln. Lang­same Zusteller und Fehler würden dokumentiert. Auf einer Tafel im Paketdepot stehe nach Touren­nummern geordnet, wer wie arbeitet. „Natürlich weiß jeder, welche Nummer zu welchem Fahrer gehört“, erzählt er. Der Druck ist groß. Nach zwei Monaten hatte der Mann die Nase voll und gab den Job auf.

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Diese Erfahrungen sind keine Ausnahme in der Branche, wie Werner Schäffer von ver.di bestätigt (siehe Interview). Doch was bedeutet das für den Kunden? Quer durch die Republik haben wir 100 Pakete mit zehn Paket­diensten verschickt. In jedem Prüfpaket lagen sorgfältig verpackt fünf Teller, zwei Gläser und ein Bilder­rahmen. Zugegeben, das ist keine alltägliche Sendung. Wir haben vorher den Fall­test gemacht: Aus rund 80 Zenti­metern von einer Tischkante geschoben, bleibt das Paket heil. Im Test kamen aber mehr als 40 Prozent der Pakete beschädigt an. Bilder­rahmen zerbrochen, Karton gequetscht – offen­bar wurden die Pakete wie Wurfsendungen behandelt. Die meisten heilen Pakete lieferte UPS. Auch Hermes, eparcel und paket.ag sind in diesem Prüf­punkt gut.

Die Haftung für Schäden liegt beim Paket­dienst, den der Kunde beauftragt. Er haftet auch, wenn das Paket im Stan­dard­tarif nicht versichert ist. Die Haftung kann er laut Gesetz nicht ausschließen – auch nicht etwaige Schaden­ersatz­ansprüche.

Umge­hend reklamieren

Paket­dienste Test

Test­gut: Mehr als 40 Prozent der Pakete kamen beschädigt an. Dabei waren alle Waren sorg­sam in neue DHL-Kartons verpackt.

Wer reklamieren will, muss beweisen, dass das Paket sorgfältig gepackt war. Deshalb die Verpackung erst einmal aufbewahren. Ein beschädigter Inhalt muss inner­halb von sieben Tagen gemeldet werden.

Nicht kundenfreundlich ist, dass man die relativ nied­rigen Beträge für die Paket­dienste bei der Abholung von zuhause selten bar bezahlen kann, sondern nur direkt bei der Beauftragung per Last­schrift, Kreditkarte oder über Paypal.

Im Schnitt lieferten alle Paket­dienste in ein bis drei Werk­tagen – wie versprochen. DPD, eparcel, GLS und iloxx stellten die Pakete häufig am nächsten Tag zu. Hermes-Pakete kamen stets in zwei Werk­tagen an. Bei einigen Anbietern gab es aber Probleme bei der Abholung: Jeder vierte Tester wartete am angekündigten Tag vergeblich.

Die Tourenpläne werden täglich je nach Anzahl der Pakete und Adressen erstellt. Welcher Empfänger wann beliefert wird, hängt von der Tour ab. Wer einen genauen Zeit­punkt vereinbaren will, zahlt mehr. Wie können wir flexibler auf unsere Kunden eingehen? Das ist eine Frage, die die Unternehmen weiter umtreibt. Zurzeit haben Verbraucher nur zwei Möglich­keiten: Pack­station (siehe Paketstationen) oder Paket­dienste mit vielen Paket­shops.

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