Zur Früherkennung von Prostatakrebs ist der Nutzen eines PSA-Tests (prostataspezifisches Antigen) auch nach zwei großen Studien, veröffentlicht im New England Journal of Medicine, nicht eindeutig geklärt. Unsicher bleibt, ob durch eine frühe Diagnose Lebensjahre gewonnen werden. Während eine europäische Studie mit mehr als 160 000 Teilnehmern einen geringfügigen Vorteil zeigte, war das bei einer US-Studie mit rund 75 000 Teilnehmern nicht der Fall. Zudem löst ein PSA-Test häufig Fehlalarm aus: Wie sich nach Gewebeentnahme zeigt, hat nur einer von vier Männern Krebs. Und es besteht die Gefahr einer Übertherapie: Die Untersuchung erlaubt nicht, zwischen aggressiven Tumoren und langsam wachsenden zu unterscheiden, die eventuell gar nicht behandelt werden müssten. Die Frage sei also, ob der Test „mehr nütze als schade“. Die Antwort müsse jeder Mann selbst mit dem Arzt finden. Wichtig sei es, sich ausführlich beraten zu lassen, die Vor- und Nachteile abzuwägen. Es ist eine ganz persönliche Entscheidung, welche Risiken das größere Gewicht haben – eventuell unnötige, mit Nebenwirkungen behaftete Therapien oder ein zu spät entdeckter Krebs.

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