Streaming-Boxen: Durch die Wand

In vielen Haushalten steht bereits ein multimediafähiger PC, nur eben meist im Arbeits- und nicht im Wohnzimmer. Auf dessen Festplatte gibt es oft stattliche Sammlungen von Digitalfotos, MP3-Dateien oder Videodateien. Aber will man jedes Mal ins Arbeitszimmer, um MP3s anzuhören oder Urlaubsfotos zu zeigen?

Die Idee: Eine Streaming-Box steht im Wohnzimmer, angeschlossen an Fernseher und Audio-Anlage. Von hier nimmt sie Kontakt mit dem PC im Nebenzimmer auf und ermöglicht so den Zugriff auf dessen Multimediadaten. Die sind dann per Fernbedienung über ein entsprechendes Menü auf dem Fernsehschirm abrufbar.

Im Test: Wir testeten drei Geräte: zwei für Windows- und eins für Apple-Rechner. Die Verbindung zum Multimediarechner stellen sie auf unterschiedliche Weise her. Die Apple-Lösung von Elgato geht in der von uns getesteten Version den konventionellsten Weg: über ein Netzwerkkabel. Das ermöglicht einen problemlosen Datentransfer, bedeutet aber auch, dass man ein entsprechendes Kabel zwischen Wohnbereich und Arbeitszimmer verlegen muss.

Die Medi@TV-Box von Packard Bell umgeht dies, indem sie die Daten über die Stromleitungen verschickt: Steckdosen gibt es schließlich in jeder Wohnung. Dafür dauert hier der Verbindungsaufbau beim Start der Box etwas länger. Die Bildqualität überzeugt bei Videos noch weniger als bei der Kabelverbindung der Elgato-Box.

Einen dritten Weg geht das Showcenter von Pinnacle: Es soll die Daten vom PC über eine drahtlose Funkverbindung (WLAN) ins Wohnzimmer schicken. Im Test klappte das nur mit Musik und Fotos problemlos. Bewegte Bilder laufen nur bei deutlich reduzierter Bildqualität ruckelfrei. Bei einer Verbindung per Kabel, die das Gerät ebenfalls unterstützt, zeigt es ähnliche Leistung wie die Elgato-Box für den Mac.

Insgesamt ist der Nutzen von Streaming-Lösungen beschränkt. Der Transport von Bild und Ton erfolgt nur in eine Richtung, vom PC zur Box. Wer den PC als Videorekorder nutzen will, muss neben einem gut ausgestatteten PC also auch einen Kabel- oder Antennenanschluss im Arbeitszimmer haben. Achtung: Die Boxen übertragen keine Videos von Kauf-DVDs. Den DVD-Player können sie also nicht ersetzen.

Über die Pinnacle-Box lässt sich immerhin eine TV-Karte des gleichen Anbieters fernsteuern: So kann man vom Wohnzimmer aus Timer-Aufnahmen am PC programmieren. Der Internetzugang, den die Elgato-Box ermöglicht, ist dagegen weniger nützlich: Das Surfen per Fernbedienung klappt zwar, ist aber behäbig und macht bei der geringen Bildschirmauflösung eines herkömmlichen Fernsehers wenig Spaß.

Unser Fazit: Die getesteten Streaming-Lösungen mögen eine sinnvolle Ergänzung zu vorhandenen DVD-Rekordern sein. Ersetzen können sie sie nicht.

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