PC-Steuerprogramme Test

Steuerprogramm ist nicht gleich Steuerprogramm. Völlig außer Konkurrenz läuft die Elektronische Steuererklärung, kurz: Elster. Sie ist gar kein Steuerprogramm, sondern die offizielle Software, um die Steuererklärung abzugeben und online ans Finanzamt zu schicken. Das spart Zeit, bietet aber noch keinen zusätzlichen Komfort oder gar gezielte Unterstützung. Das sollten die eigentlichen PC-Steuerprogramme bringen. Finanztest hat untersucht, wie gut die aktuelle Software funktioniert.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: PC-Steuerprogramme

Kein Ersatz für Steuerberater

Das erfreuliche Ergebnis: Gleich sechs Programme sind gut. Aber Vorsicht: Den Steuerberater ersetzen sie nicht. Finanztest hat zusätzlich zur Begutachtung durch Experten auch Laien die Steuererklärung mit den Programmen machen lassen. Das bedenkliche Ergebnis: Mit keinem Programm gelang Laien die Steuererklärung wirklich fehlerfrei. Deshalb gilt: Wenn eine hohe Erstattung winkt oder ein komplizierter Sachverhalt vorliegt, führt kein Weg an individueller Beratung vorbei. Gute PC-Steuerprogramme sind richtig, um in unkomplizierten Fällen schnell und halbwegs komfortabel zur Steuererklärung zu kommen.

Suche nach zusätzlichen Chancen

Nicht jeder Fehler führt automatisch zu Verlusten. Besonders ärgerlich ist es, wenn das PC-Steuerprogramm nicht auf Extra-Chancen hinweist. Das passende Beispiel: Eine alleinstehende Mutter mit zwei Söhnen, von denen einer längst volljährig ist und bis August 2004 Zivildienst geleistet hat. Grundsätzlich gilt: Für Alleinerziehende gibts einen Entlastungsbetrag von 763 Euro, so lange für die Kinder Anspruch auf Kindergeld besteht. Danach geht die Beispielsmutter leer aus: Während des Zivildienstes entfällt das Kindergeld. Für den Zivildienst gilt jedoch eine Ausnahme: Den Entlastungsbetrag gibts, obwohl das Kindergeld entfällt. Voraussetzung: Ein Extra-Antrag. Nur Taxman und QuickSteuer lösen die kniffelige Aufgabe korrekt. Bei allen anderen Programmen geht der Entlastungsbetrag verloren, wenn nicht der Finanzbeamte noch eingreift und für die Entlastung sorgt.

Fast 4 000 Euro Differenz

Finanztest überprüfte die Qualität der Steuerprogramme bei der Berechnung der Steuern vor allem anhand von zwei kniffeligen Musterfällen. Ganz richtig ermittelte kein einziges PC-Steuerprogramm, was zu zahlen ist. Besonders deutlich lagen Steuer-Spar-Erklärung, Taxman und QuickSteuer im Fall einer durch Wiederverheiratung einer Witwe entstandenen Familie daneben. Jeweils fast 4 000 Euro wichen sie vom richtigen Ergebnis ab. Knackpunkt: Die Software hätte bemerken müssen, dass die Ehegatten der Musterfamilie in diesem Jahr besser getrennte Steuererklärungen einreichen. Denn die frisch gebackene Ehefrau erhält den ihr als Witwe zustehenden Gnadensplittingtarif - vorausgesetzt, sie wird einzeln veranlagt. Meist fahren Familien aber mit gemeinsamer Veranlagung günstiger.

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