PC-Monitore: Jetzt auch zum Fernsehen

PC-Bildschirm plus Fernseher – wer für das Arbeits- oder WG-Zimmer Monitor und Minifernseher sucht, braucht nur noch ein einziges Gerät. Die Modelle mit Fernsehempfänger sind als Monitore „gut“ und als Fernseher brauchbar.

Bei Computerbildschirmen macht neuerdings die Zwei-in-Eins-Mode von sich reden: Vier der 16 geprüften Breitbildmonitore mit 55 Zentimeter Bilddiagonale haben einen Fernsehtuner eingebaut.

Die Allrounder

PC-Monitore Test

Alle Monitore stehen nebeneinander und können mit dem gleichen Signal angesteuert werden. Das erleichtert den Vergleich der Bildqualität.

Wer fürs Fernsehen und Computern nur einen Bildschirm nutzen möchte, fährt mit „Fernsehmonitoren“ nicht schlecht. Für einen Fernseher sind sie zwar recht klein, und ihr Klang verwöhnt – dem kleinen Gehäuse geschuldet – nicht die Ohren. Doch der geringe Platzbedarf ist vielen wichtig. Als weiteres Plus erweist sich der Preis. So ein Zwitter ist nicht gerade billig, kostet aber weniger als zwei separate Geräte. Wir haben je ein Modell von Asus, LG, Philips und Samsung geprüft. Am PC sind sie so gut wie ihre Computerbrüder, und in ihrer Zweitrolle verbreiten sie durchaus Fernsehgefühl. Alle empfangen das digitale Antennenfernsehen DVB-T. Der Samsung hat außerdem einen Kabeltuner für das hochauflösende Fernsehen HDTV an Bord. Gezappt wird mit der Fernbedienung. Aus der Fernsehwelt bekannte Anschlüsse wie Scart koppeln beispielsweise DVD-Spieler an. Beim Unterhaltungsprogramm spart das im Vergleich zum Fernsehen am Computer (im Internet oder mit USB-TV-Stick) Strom und vermeidet das lästige Rauschen des PC-Lüfters. Den Monitor verrät die für so kleine Fernseher untypisch hohe Auflösung. Sie beträgt 1920 x 1080 Bildpunkte. Das versüßt vielleicht die etwa 90 Euro Aufpreis für die Fernsehfunktion. Alternativ empfiehlt sich der Blick ins Internet nach günstigeren Preisen im Onlinehandel oder ein billigerer reiner Monitor ohne TV-Empfänger.

Die Spezialisten

Die meisten Monitore schneiden im Test „gut“ ab. Das ist kein Wunder, denn wir haben Modelle im mittleren Preissegment ausgewählt. Da dominieren technisch ausgereifte ohne nennenswerte Mängel. Acer H223HQ und Viewsonic kratzen mit der Note 1,7 bei der Bildqualität sogar am „Sehr gut“. Nur Dell muss sich mit einem „Befriedigend“ bescheiden. Auf seiner Displayoberfläche gibt es nicht nur Reflexionen, sie spiegelt geradezu (mehr dazu siehe „Glare Displays spiegeln stark“).

LEDs sparen Strom

Neben dem Abschneiden der Modelle mit Fernsehfunktion waren wir auf den LG W2286L gespannt. Das Besondere an diesem Monitor ist die neue Technik mit licht­emittierenden Dioden, LEDs. Er landete im guten Mittelfeld. In der Bildqualität hält er Anschluss zu den besten Modellen im Test. Beim Stromverbrauch düpiert er sie alle. Im Betrieb zieht er 26 Watt – „sehr gut“. Stromhungrige Monitore mit der konventionellen Leuchtstofflampentechnik brauchen reichlich 20 Watt mehr. In Euro umgerechnet sind deren Stromkosten übers Jahr in unserem Modellhaushalt aber gerade mal 7  Euro höher. Der LG mit LED-Technik kostet allerdings satte 263 Euro. Kostengründe allein rechtfertigen eine Anschaffung daher nicht, wohl aber das grüne Gewissen.

Was die LED-Technik noch bringt

Neben dem geringeren Stromverbrauch mit LED-Technik wird als weiterer Vorteil die höhere Bildqualität gerühmt. Und tatsächlich erhält der LG W2286L für seine gleichmäßige Farbverteilung als einziger im Test ein „Sehr gut“. Auch das Kontrastverhältnis (siehe Glossar) ist bei ihm wirklich spitze. Allerdings liegt es nicht allzu sehr über dem, was einige andere, zum Teil nur halb so teure Monitore im Test mit ihrer konventionellen Leuchtstofflampentechnik auch schaffen.

Kontrastversprechen in Prospekten

PC-Monitore Test

Im Prüfraum bestimmen wir automatisiert die Farbgleichmäßigkeit und die Abstufung – Helligkeitsverteilung – der Monitore.

Die Anbieter werben mit „dynami­schem“ Kontrast. Für das LG-Modell mit LED-Technik steht im Prospekt ein „dynamisches“ Kontrastverhältnis im „Dunkelraum“ von 2 000 000:1. Es wird anhand von zwei aufeinanderfolgenden Testbildern bestimmt: Das erste ist rein weiß, das zweite rein schwarz. Viele Monitore schalten bei dieser Art der Prüfung komplett ab. Dieser Abschalttrick führt zu einem tiefschwarzen Bild und schönt das Kontrastverhältnis, hat aber mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun. Wer sieht sich am Monitor schon rein schwarze Bilder an? In der Praxis gibt es immer sowohl dunkle als auch helle Stellen. test prüft deshalb die Helligkeit unter anderem mit einem schwarzen Bild, auf dem ein weißer Schriftzug erscheint. So umgehen wir, dass der Monitor komplett abschaltet und erhalten realistische Werte. Für den LED-Monitor ermittelten wir ein Kontrastverhältnis von 1 164:1.

„Glare“ Displays spiegeln stark

„Glare“, also glänzende, Displays werden als besonders kontraststark beworben. Von Dell war ein solcher Monitor im Test vertreten. Kontrastreich ist sein Bild schon, doch im Alltag überzeugt er nicht. Sein Display spiegelt sehr, das stört beim Arbeiten. Viel besser machen sich die matten Displays der anderen Monitore. Selbst im ungünstigsten Fall mit der Sonne im Rücken erzeugen etliche nur diffuse Reflexionen.

Monitore für Freunde von Spielen

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Der Samsung 2243FW klappt bei leichter Berührung um – das Gehäuse klafft schon nach beherztem Zugreifen auf.

Freunde von Spielen können sich freuen: Beim letzten Test (2/2008) bauten die Monitore das Bild noch enttäuschend langsam auf. Jetzt sind sie im Prüfpunkt Schnelligkeit des Bildaufbaus fast durchweg „befriedigend“. Zwei schneiden sogar „gut“ ab: Acer H223HQ und Viewsonic. Ihre kurzen Reaktionszeiten mindern störende Schlieren und Unschärfen bei Spielen wie zum Beispiel Autorennen.

Ist der Bildaufbau wie beim TV-Monitor Philips 221T1SB langsam, können dagegen störende Effekte auftreten. Ein Auto zieht dann zum Beispiel einen Schweif hinter sich her, Kanten im Bild verwaschen.

Betrachtungswinkel ist wichtig

Da der Betrachtungsabstand am Computerarbeitsplatz sehr gering ist, muss ein Monitor einen besonders großen Betrachtungswinkel bieten. Sonst wirken die Bildränder beim Blick direkt mittig von vorn dunkler und vielleicht sogar falschfarbig. Speziell bei der Bildbearbeitung stört das. Bei kleinen Monitoren im klassischen Bildseitenformat 5:4 fällt ein schmaler Betrachtungswinkel noch nicht auf. Bei der jetzt geprüften Bilddiagonale schon.

Immerhin bietet jeder dritte geprüfte Monitor einen „guten“ Betrachtungswinkel, die anderen sind „befriedigend“. Das war im letzten Test schlechter.

Schnelle und Lahme

Monitore mit Fernsehempfang brauchen lange zum Aufwachen aus dem Standby, der Langschläfer kommt von Asus. Der AS 22T1E ist nach 10,4 Sekunden aufge­wacht. Im Mittel verstreichen bei den Monitoren nur gut 4 Sekunden beim Aufwachen aus dem Standby. Deutlich schneller zeigen AOC, Asus VW225N, BenQ, HP und Samsung 2243FW ein Bild. Sie brauchen höchstens zwei Sekunden und hängen vor allem die Monitore mit Fernsehempfang ab.

Welche Anschlüsse wichtig sind

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Für mehr Ästhetik am Arbeitsplatz sorgt eine Kabelführung. Wo sie fehlt, hilft ein Klettband oder Kabelbinder.

Neben der analogen VGA-Schnittstelle (Video Graphics Array) hat sich DVI (Digital Visual Interface) inzwischen zum Standard gemausert. DVI ist die digitale Videoschnittstelle der Computerwelt. Schon ab einer Auflö­sung von mehr als 1 600 mal 1 200 Bildpunkten ist sie besser. Kanten und feine Strukturen wie beispielsweise Schrift sehen bei digitaler Ansteuerung einfach kontrastreicher und schärfer aus. Das ermüdet bei weitem nicht so schnell wie verwaschene Konturen bei VGA. DVI fehlt in unserem Testfeld nur den Fernsehmonitoren von Asus und Philips.

Nicht unbedingt erforderlich, aber praktisch ist ein HDMI-Anschluss für einen DVD- oder Blu-ray-Spieler mit diesem digitalen Ausgang. Die Spieler können über diese Buchse bequem angeschlossen werden. Dann wird einfach über die Taste für den Signaleingang zwischen Monitorbetrieb und Filmgenuss umgeschaltet.

PC-Monitore Test

Niedlich: Der Kopfhörerhalter am BenQ.

Zu guter Letzt: Eine Sprechgarnitur für Videotelefonie, das „Headset“, ist vielen unverzichtbar. Doch wohin damit? BenQ versieht seinen Monitor mit einem Kopfhörerhalter – in Bärchenform. Wie süß.

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