PC-Kurse für Wirtschaftsenglisch Test

Mit dem Geschäftspartner in London geschickt verhandeln, ein Telefonat nach New York selbstbewusst meistern – damit punktet man beim Chef. PC-Lernprogramme für Wirtschaftsenglisch bereiten auf solche Geschäftssituationen vor. Die Stiftung Warentest hat zehn Software-Pakete getestet.

In einem Londoner Schnellrestaurant einen Big Mac zu bestellen, fällt den meisten nicht schwer. Im Ausland mit dem Big Boss zu verhandeln, dagegen meist schon. Auch wer mit einem einfachen Small-Talk-Telefonat nach England überfordert ist, sollte seine Sprachkenntnisse zu verbessern suchen. Denn wie fit man im Geschäftsenglisch ist, kann über Erfolg oder Misserfolg einer Verhandlung entscheiden. Spezielle PC-Lernprogramme für Wirtschaftsenglisch helfen dabei, seine Fähigkeiten aufzupolieren. Wir haben zehn Programme mit beruflicher Ausrichtung geprüft. Ihr Themenspektrum lässt sich zwar unter dem Oberbegriff „Business“ zusammenfassen – was die Hersteller der einzelnen Programme darunter verstehen, ist jedoch sehr verschieden. Vom nicht funktionierenden Kopierer bis hin zu ausgefeilten Verhandlungstaktiken ist alles dabei. Da sich die Programme in Themenwahl und Sprachniveau stark unterscheiden, haben wir keine Qualitätsurteile vergeben.

Nichts für Anfänger

Allen gemeinsam ist allerdings, dass sie nicht bei null anfangen: Grundkenntnisse der englischen Sprache werden beim Lerner vorausgesetzt. Das Klett-Programm „Pons – der große Kurs für Anfänger“ zielt laut Verpackung zwar auf Lerner mit dem Einstiegsniveau A1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen. Die Nutzer in unserem Test fanden das Produkt für Anfänger jedoch zu anspruchsvoll.

Im Vergleich zu allgemeinsprachlichen Englisch-Kursen auf CD-Rom vernachlässigen die Business-Kurse das Vermitteln von Grammatikkenntnissen. Dafür wird bei den Geschäftsenglisch-Produkten umso mehr Wert auf das Wortschatztraining gelegt. Nicht immer aber hatten die Vokabellisten der Programme im Test auch einen beruflichen Bezug. Warum Eigennamen in die Liste mit aufgenommen werden mussten, bleibt das Geheimnis der Software „Englisch International 201 Business“ aus dem Hause Strokes.

Hören und Sprechen im Vordergrund

Offenbar gehen die Hersteller davon aus, dass man das erlernte Wirtschaftsenglisch später vor allem mündlich anwendet. Zumindest werden bei allen Programmen schwerpunktmäßig das Hörverstehen und das Sprechen trainiert. Leseverstehen und Schreiben kamen bei einem Großteil der Programme zu kurz. Das ist schade, denn zu Geschäftskontakten gehören nicht nur telefonische Absprachen oder Meetings, sondern auch das Schreiben von Emails.

Interkulturelle Kompetenz entscheidend

Oft ist das Feingefühl, dass man dem Geschäftspartner aus einem anderen Land entgegen bringt, für den Erfolg von Verhandlungen entscheidender als nahezu akzentfreies Sprechen oder eine fehlerfreie Präsentation auf Englisch. Zu forsches Auftreten oder eine falsch verstandene Geste – und schon kann man den Vertragsabschluss vergessen. Da ist es gut, wenn neben Vokabellisten und Sprechübungen auch der interkulturelle Aspekt in den PC-Kursen Beachtung findet. In unserem Test widmete sich die Hälfte der Programme diesem Thema. Die interkulturellen Informationen sollten aktuell und zuverlässig sein und Vereinfachungen vermieden werden. Das war beispielsweise bei „Tell me more“ von Auralog der Fall. Doch auch in anderen Kriterien fiel der Kurs unseren Experten besonders positiv auf: Ausführliche Grammatik und gute Didaktik urteilten sie unter anderem. Das Ergebnis: ein „Gut“ in allen Gruppenurteilen und damit so empfehlenswert wie kein anderes Produkt im Test.

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