Auf die Grundbücher im Osten Deutschlands ist weiterhin kein Verlass. Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates beschlossen, dass die Einträge noch ein Jahr lang unverbindlich sind.

Damit sollen diejenigen geschützt werden, die Rechte an Grundstücken haben, ohne dass diese eingetragen wurden. Käufer müssen so lange also noch mit Überraschungen rechnen. Ab dem 1. Januar 2001 gilt dagegen der Inhalt der Grundbücher als richtig und vollständig ­ so wie es in den alten Bundesländern schon immer üblich ist.

In der DDR wurden die Grundbücher nur lückenhaft geführt. Immer wieder durften Häuslebauer auf fremden Grundstücken Eigenheime errichten oder man vereinbarte andere Nutzungsrechte, ohne dass das im Grundbuch vermerkt wurde. Um die Berechtigten davor zu schützen, dass sie ihre gültigen Ansprüche durch gutgläubige Käufer verlieren, gibt es jetzt diese letzte Frist.

Danach soll aber gelten: Was nicht im Grundbuch steht, existiert nicht. Lastet dann zum Beispiel auf einem Grundstück eine im Grundbuch nicht eingetragene Hypothek, verfällt diese beim Weiterverkauf der Immobilie an einen nichts ahnenden Erwerber. Der Hypothekengläubiger verliert in diesem Fall seine Ansprüche.

TiPP: Wenn Sie der Meinung sind, irgendwelche Rechte an Grundstücken in den neuen Bundesländern zu haben, so sollten Sie diese zügig beim örtlichen Grundbuchamt anmelden. Nur so können Sie verhindern, Ihre Ansprüche am 1. Januar 2001 zu verlieren.

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