Organspende Meldung

In Deutsch­land herrscht ein Mangel an Spender­organen. Künftig wird jeder zu seiner Spenden­bereitschaft befragt.

Zurzeit warten in Deutsch­land rund 12 000 Menschen auf ein Spender­organ – oft ein Wett­lauf mit dem Tod. Eine Neuregelung soll den Mangel mildern helfen. Darauf einigten sich alle Bundes­tags­fraktionen am 1. März. Die Änderung solle schnellst­möglich durch den Bundes­tag, so Carola Reimann, Vorsitzende des Bundes­tags-Gesund­heits­ausschusses.

Kassen­post. Bisher mussten Bürger ihre Spende­bereitschaft aus eigener Initiative erklären. „Diese Hürde soll entfallen“, sagt Reimann. Der neuen „Entscheidungs­lösung“ zufolge bekommt jeder über 16 – schon ab diesem Jahr – regel­mäßig Briefe von der Krankenkasse. Sie informieren über Organspende und verlangen die Abgabe einer Erklärung. Dokumentiert wird diese auf mitgeschickten Organspende­ausweisen, später wohl auch auf der elektronischen Gesund­heits­karte. „Es gibt keinen Entscheidungs­zwang“, betont Reimann. Jeder könne die Bereitschaft auch nur für einzelne Organe bejahen, ganz verneinen oder die Briefe einfach wegwerfen.

Hand­lungs­lücke. 74 Prozent der Deutschen sind laut einer Umfrage zur Organspende bereit. Aber nur 25 Prozent haben den Ausweis. Es gibt also eine Lücke zwischen Denken und Handeln. Sie durch regel­mäßiges Erinnern verkleinern – diese Hoff­nung steckt hinter der Neuerung. Übrigens: Wer sich zu Lebzeiten nicht erklärt, über­lässt die Entscheidung im Ernst­fall den Angehörigen. „Das ändert sich durch das neue Gesetz nicht und belastet Trauernde extrem“, sagt Reimann. Schon daher sei es wichtig, selbst in Ruhe zu über­legen und zu entscheiden, egal ob pro oder kontra.

Tipp: Informieren Sie sich zum Thema, zum Beispiel unter www.organspende-info.de. Beachten Sie: Sie können in beide Rollen geraten – des Spenders und des Todkranken, der ein Organ braucht. Einfach lässt sich Ihr Wille im Organspende­ausweis dokumentieren. Was Sie dort ankreuzen, ist für Ärzte und Angehörige bindend. Eventuell müssen Sie die Patienten­verfügung anpassen (www.bmj.de, Suche: Patienten­verfügung).

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