Organspende Meldung

Den Organspende­ausweis gibt es in 28 Sprachen. Der Ausweis­inhaber kreuzt auf der Rück­seite an, ob er Organe spenden möchte oder nicht. Er kann die Entscheidung auch einer anderen Person über­tragen.

Jeder kann in die Situation kommen, nur noch mithilfe eines lebens­rettenden Spender­organs wie Niere, Leber, Herz oder Lunge weiterleben zu können. Doch die Spenderzahlen in Deutsch­land sinken. Ein neues Trans­plantations­gesetz soll ab 2019 dazu beitragen, dass Organspenden in deutschen Kliniken Alltag werden und Ärzte auf diese Weise mehr Leben retten können. test.de stellt die geplanten Neuerungen vor.

Verbindlichere Vorgaben und mehr Geld

Das neue Trans­plantations­gesetz soll in der ersten Jahres­hälfte 2019 in Kraft treten und helfen, die Klinik­abläufe in puncto Organspende zu verbessern. In vielen Krankenhäusern gibt es jetzt schon Trans­plantations­beauftragte, die potenzielle Spender erkennen sollen. Künftig sollen sie dafür mehr Zeit haben. Außerdem sollen sie auf den Intensiv­stationen der „Entnahme­kliniken“ künftig regel­mäßig hinzugezogen werden, wenn Patienten nach ärzt­licher Beur­teilung als Organspender in Frage kommen. Zudem sollen die Kliniken dafür besser vergütet werden. Der Bundes­tag muss über den Gesetz­entwurf noch beraten („Zweites Gesetz zur Änderung des Trans­plantations­gesetzes – Verbesserung der Zusammen­arbeit und der Strukturen bei der Organspende“).

Diese Regeln gelten derzeit für die Organspende

Wer bereit ist, ein funk­tions­tüchtiges Organ nach seinem Tod zu spenden, dokumentiert dies mit einem „Ja“ in einem Organspende­ausweis oder in einer Patienten­verfügung. In Deutsch­land gilt die sogenannte Zustimmungs­lösung, das heißt: Ohne eine aktive Zustimmung des Betroffenen oder seiner Angehörigen darf kein Organ entnommen werden. Eine Organ­entnahme unterliegt strengen Auflagen: Mindestens zwei spezialisierte Ärzte müssen vorher unabhängig voneinander den unumkehr­baren Ausfall der gesamten Hirn­funk­tionen („Hirn­tod“) des Spenders fest­stellen. Mit dem Hirn­tod ist eine Rück­kehr ins Leben ausgeschlossen. Die Organ-Entnahme erfolgt in einer von rund 1250 dafür vorgesehenen Entnahme­kliniken.

Tipp: Mehr Informationen über Organspenden erhalten Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Spenderzahlen auf dem Tief­punkt

Die Gesetzes­novelle ist auch eine Reaktion auf sinkende Spenderzahlen. Zwar halten die meisten Bundes­bürger laut einer Umfrage das Thema Organspende für wichtig. Dennoch ist in Deutsch­land die Zahl der Spender im Jahr 2017 auf 797 gesunken – das sind 60 Spender weniger als im Jahr zuvor. Durch­schnitt­lich wurden 3,3 Organe pro Spender entnommen und trans­plantiert. Im führenden Organspender­land Spanien hingegen spendeten 2 183 Menschen ihre Organe – fast dreimal so viel wie hier­zulande.Das Einverständnis zur Organspende regeln die EU-Länder unterschiedlich. In Deutsch­land gilt die Zustimmungs­lösung: Niemand ist auto­matisch Spender.

Kommt auch bei uns die doppelte Wider­spruchs­lösung?

Grund für die deutlich höheren Spenderzahlen in Spanien dürfte auch sein, dass dort eine andere gesetzliche Regelung gilt: Wer nicht zu Lebzeiten ausdrück­lich einer Organspende wider­spricht, zum Beispiel in einem Wider­spruchs­register, ist potenzieller Spender. ­Eine ähnliche Lösung favorisiert auch Bundes­gesund­heits­minister Jens Spahn. Er plädiert für die „doppelte Wider­spruchs­lösung“, bei der Angehörige am Ende immer noch das letzte Wort haben. Im Interview, das Bundes­gesund­heits­minister Jens Spahn im Oktober 2018 test.de gegeben hat, plädiert er für eine neue Organspendekultur zum Interview mit Jens Spahn.

Das Vorsorge-Set der Stiftung Warentest

Recht­zeitig regeln. Patienten­verfügung, Vorsorgevoll­macht, Betreuungs­verfügung: Das Vorsorge-Set informiert, welche Verfügung was leistet und wo die Fall­stricke liegen. Außerdem erklären wir, was beim Verfassen eines Testaments zu beachten ist und wie man den digitalen Nach­lass regelt.

Richtig regeln. Der Ratgeber der Stiftung Warentest enthält die wichtigsten Formulare zum Heraus­trennen und Abheften. Zu allen Formularen gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die in verständlichem Deutsch abge­fasst sind. Das Buch hat 144 Seiten und ist im test.de-Shop für 14,90 Euro erhältlich (PDF/E-Book: 11,99 Euro).

Newsletter: Bleiben Sie auf dem Laufenden

Mit den Newslettern der Stiftung Warentest haben Sie die neuesten Nach­richten für Verbraucher immer im Blick. Sie haben die Möglich­keit, Newsletter aus verschiedenen Themen­gebieten auszuwählen.

test.de-Newsletter bestellen

Dieser Artikel ist hilfreich. 17 Nutzer finden das hilfreich.