Organspende Meldung

Nur 12 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis. Einer repräsentativen Umfrage zufolge würden aber immerhin 70 Prozent einer Organspende zustimmen. In Deutschland ist das nur möglich, wenn der Betreffende seinen Willen schriftlich festgehalten hat. Im Zweifelsfall müssten sonst die Angehörigen entscheiden. Ein Organspendeausweis ist also ratsam. Auch für Personen, die nicht zu einer Spende bereit sind. Denn auch dies kann auf dem Ausweis vermerkt werden. Wichtig ist der Ausweis auch im Ausland. In Ländern wie Italien oder Österreich können Ärzte - anders als in Deutschland - Organe entnehmen, wenn Betroffene zu Lebzeiten nicht widersprochen haben. Finanztest sagt, warum ein Organspendeausweis wichtig ist und wie jeder seinen Willen schriftlich festhält.

Zustimmen oder widersprechen

Organspende Meldung

Wenn Menschen nicht zu Lebzeiten widersprochen haben, können ihnen Ärzte im Todesfall in Österreich, Spanien, Italien und anderen Ländern Organe entnehmen. Ein Ausweis kann das verhindern.

Wenn Menschen nicht zu Lebzeiten widersprochen haben, können ihnen Ärzte im Todesfall in Österreich, Spanien, Italien und anderen Ländern Organe entnehmen. Ein Ausweis kann das verhindern.

Hat ein Mensch seinen Willen aber nicht schriftlich festgehalten, darf ein Arzt ihm im Todesfall keine Organe entnehmen. Das regelt das deutsche Transplantationsgesetz. Im Zweifelsfall müssen die Angehörigen im Sinne des Verstorbenen entscheiden. Um ihnen diese Bürde zu nehmen, ist es sinnvoll, einen Organspendeausweis bei sich zu tragen. Das kleine Kärtchen bietet die Möglichkeit, einer Organspende zuzustimmen oder ihr zu widersprechen. „Gleichzeitig sollten die Familienangehörigen Bescheid wissen, ob man zur Organspende bereit ist oder nicht“, sagt Ilja Stracke von der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Denn nicht immer wird der Ausweis gefunden. „Wenn er nicht bei den Unterlagen des Patienten liegt, suchen wir nicht danach, sondern fragen die Angehörigen“, berichtet Petra Reinke, leitende Oberärztin für Nierentransplantation an der Berliner Charité, aus der Praxis.

Spende wider Willen im Ausland

Auf Reisen ist der Organspendeausweis besonders wichtig. In vielen Ländern, unter anderem in Spanien, Italien und Österreich, gilt anders als in Deutschland eine Widerspruchsregelung. Auch in der DDR wurde diese angewandt. Die Ärzte brauchen nicht die Zustimmung des Verstorbenen oder der Angehörigen. Nur wer zu Lebzeiten widersprochen hat, darf nicht angetastet werden. Das gilt auch für Ausländer, die sich im Land aufhalten. Denn welche Organspenderegelung im Todesfall angewendet wird, hängt vom Aufenthaltsort und nicht vom Herkunftsland ab. In Europa gibt es noch zwei weitere Varianten. Belgien, Finnland und Norwegen haben die Widerspruchsregelung um ein Einspruchsrecht der Angehörigen erweitert, in Frankreich und Schweden werden die Angehörigen informiert, haben aber keinerlei Einfluss.

Tipp: Wenn Sie oft in Österreich sind und eine Entnahme verhindern wollen, können Sie sich im Widerspruchsregister des österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesen eintragen lassen (Tel. 00 43/1/51 56 11 75, Formular unter www.oebig.at).

Kein internationaler Ausweis

Noch gibt es keinen internationalen Organspendeausweis, der deutsche ist nur in Deutsch und Türkisch zu haben. Deshalb ist es ratsam, bei Auslandsreisen ein Beiblatt in der Landessprache mitzunehmen. Die Blätter wie den Organspendeausweis gibt es kostenlos bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Infotelefon Organspende 0800/90 40 400, www.bzga.de. Auch bei Ärzten und in Apotheken gibt es den Organspendeausweis kostenlos. In diesen müssen Inhaber dann eintragen, ob sie einer Organspende zustimmen oder nicht.

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