
Verwandte Küchenkräuter. Majoran ist milder im Geschmack als Oregano und etwas süßlicher.
Getrockneter Oregano gerät immer wieder durch Rückrufe in die Schlagzeilen. Grund sind hohe Gehalte an Pflanzengiften, sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden (PA). Im Küchenkräuter-Test der Stiftung Warentest: 21 Oregano und 13 Majoran, untersucht auf PA und Pestizide. Beim Majoran schneidet die Hälfte sehr gut oder gut ab, beim Oregano ist nur jedes dritte Produkt gut. Drei Oregano fallen wegen hoher PA-Werte durch. Unter den guten Gewürzen sind auch günstige (Preise: 3,30 bis 30,00 Euro pro 100 Gramm).
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Pflanzengift im Oregano – ein häufiges Problem
Noch im Januar wurde zum Beispiel getrockneter Oregano von Ostmann, Fuchs und Ubena zurückgerufen, aber auch Handelsmarken etwa von Edeka oder Lidl. Die Kräuter waren so stark mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet, dass Verbraucher auf sie verzichten sollten. Ständiger Verzehr von hohen Mengen könnte zu Leberschäden führen, im Tierversuch wirkten die Pflanzengifte krebserregend und erbgutschädigend. Was hat sich seither getan? Immerhin: Mehr als die Hälfte der 21 Oreganokräuter im Schadstofftest der Stiftung Warentest schneiden im PA-Urteil gut ab, ein Oregano sogar sehr gut. Doch fünf sind stark bis sehr stark belastet, drei haben so hohe Gehalte, dass wir vom Verzehr abraten.
Das bietet der Küchenkräuter-Test der Stiftung Warentest
Testergebnisse. Unsere Tabellen zeigen Schadstoff-Bewertungen für insgesamt 34 getrocknete Kräuter − 21 Oregano sowie 13 Majoran. Darunter neun Bio-Oregano und drei Bio-Majoran. Getestet haben wir unter anderem Herstellermarken wie Ostmann und Fuchs sowie Handelsmarken von Rewe, Edeka, Netto und Alnatura. Wir untersuchten die Produkte auf Pyrrolizidinalkaloide (PA) und Pestizide. Zusätzlich prüften wir unter dem Mikroskop, ob fremde Bestandteile enthalten waren.
Hintergrund. Wir erklären, wie schädlich mit PA belastete Küchenkräuter für die Gesundheit sind und was die eng verwandten Kräuter Oregano und Majoran voneinander unterscheidet.
Heftartikel. Wenn Sie das Thema freischalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbericht aus Heft 10/2020.
Nur wenig PA im Majoran
Wir haben auch 13 Majorankräuter auf Pyrrolizidinalkaloide untersucht. Majoran ist eng mit Oregano verwandt, das macht sein lateinischer Name „Origanum majorana“ deutlich. Bislang wurde er aber seltener auf PA geprüft als Oregano (der auch als „wilder Majoran“ bekannt ist). Im Schadstoffcheck der Stiftung Warentest analysierten die Prüfer im Majoran nur wenig bedenkliche PA-Gehalte.
Mitgift mit Gift: Gesundheitsschädliche Wildkräuter oft mitgeerntet
Von Natur aus kommen Pyrrolizidinalkaloide nach aktuellem Wissenstand in Oregano und Majoran nicht vor. Sie stammen aus anderen Pflanzen, die auf dem Feld zwischen den Küchenkräutern wuchern und sich auf den ersten Blick kaum von ihnen unterscheiden (Üble Mitgift aus wilden Kräutern). Sie bilden PA, um sich gegen Fraßfeinde – beispielsweise Insekten – zu wehren. Damit diese Wildkräuter nicht aus Versehen mitgeerntet werden und dann in Oregano und Majoran landen, müssen die Übelpflanzen am besten vorher von geschulten Feldarbeitern aufgespürt und ausgerupft werden. Dies klappt aber offenbar nicht immer.
Stiftung Warentest findet kaum Pestizide und Verfälschungen
Außer auf PA haben wir Oregano und Majoran auch auf Pestizide getestet – und kaum Problematisches gefunden. Oregano hat ein weiteres Problem: Lebensmittelkontrolleure haben immer wieder zum Beispiel mit Olivenblättern gestreckte Produkte gefunden. Auch darauf haben wir die Kräuter untersucht, fanden aber unterm Mikroskop keine Verfälschungen. Das gilt auch für den Majoran im Test.
Nutzerkommentare, die vor dem 23. September 2020 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Meldung zum Thema Schadstoffe in Küchenkräutern.
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