Käufer von Optionsscheinen müssen umfassend über das Anlagemodell und seine Risiken belehrt werden. Verletzt die Bank ihre Aufklärungs- und Hinweispflichten, können Anleger Ersatz für dadurch erlittenen Schaden fordern, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH, Az. XI ZR 197/01). Optionsscheine geben Anlegern das Recht, eine feste Anzahl von Aktien oder anderen Wertpapieren zu einem Termin zum Festpreis kaufen oder verkaufen zu können. Nur wenn der Anleger den zukünftigen Kurs richtig einschätzt, macht er Gewinn – sonst droht Totalverlust.

Der Kläger hatte 100 000 Mark verlo­ren, weil er es versäumt hatte, die Op­tionsscheine vor Ablauf der Optionsausübungsfrist zu verkaufen. Der Discountbroker Consors als Verkäufer hatte den Anleger aus Sicht des BGH nicht ausreichend darüber informiert, dass die Papiere nach der Frist wertlos würden. Es sei nur auf die Fälligkeit der ­Optionsscheine verwiesen worden, nicht jedoch darauf, dass das Optionsrecht mit Fristablauf ersatzlos erlöscht und ohne Verkauf oder fristgerechte Ausübung des Optionsrechts ein etwaiger Wert verloren geht. Consors musste darum zwei Drittel des Schadens ersetzen. Den Rest hat der Kläger selbst zu tragen, da er sich nicht um die Optionsscheine gekümmert hatte.

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