Ein vom Oberlandesgericht Oldenburg beauftragter Sachverständiger hält Ankündigungen im Prospekt der Optimal-Firmengruppe für nicht plausibel: Dort ist von einer Geschäftsidee die Rede, die mit „sehr hohe(r) Gewinnerwartung für Sie ... als unser stiller Gesellschafter“ beworben wird. Nun dürfte der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin den Prozess gegen Optimal-Geschäftsführer Dieter Aengenheister wohl gewinnen. Das Urteil soll demnächst verkündet werden.

Der Verband hatte die Firmengruppe wegen irreführender Werbung verklagt und in erster Instanz gewonnen. In der Berufungsverhandlung bestellte das Gericht einen unabhängigen Gutachter, um das Konzept zu prüfen. Beim Optimal-Konzept soll mit Anlegergeld ein bundesweites Netz von Partnerfirmen aufgebaut werden. Das soll den Partnern von Optimal mehr Umsatz und Ertrag bringen. Einen Teil dieses Mehrertrags sollen die Partner dann als Provision an die Optimal zahlen. Optimal wiederum will einen Großteil dieser Provisionen an die Mitglieder der Käuferorganisation ausschütten.

„Betriebswirtschaftlich nicht plausibel“, urteilte der Gutachter. Die im Prospekt als nahezu sicher beworbene Rendite von 14,3 Prozent im Jahr sei nicht realistisch, die Risiken für Anleger seien insgesamt nicht zutreffend beschrieben.

Wie berichtet, gingen die von Aengenheister geführten Ango-Firmen, die ein ähnliches Geschäftskonzept verfolgten, Pleite. Aengenheister wird deshalb Betrug in über 2 000 Fällen vorgeworfen.

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